Wirtschaft

"Billiger verwalten"

Die Zahl der leerstehenden Sozialwohnungen wird auf annähernd fünftausend geschätzt.

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DIE ZEIT

Eile ohne Weile

Lange, fast zu lange, hatte der amerikanische Außenminister Henry Kissinger seine Lateinamerika-Reise verschoben. Jede Verzögerung schien zu bestätigen – obwohl seine Besuchstour dies widerlegen sollte –, wie wenig Wert Washington dem Südkontinent beimißt.

Kein Ausweg

Die Herren schieden im Zorn. Zug um Zug gegen das endgültige Nein der CDU/CSU-Mehrheit zum Extremisten-Gesetz der Koalition sagte sich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Schütz im Bundesrat namens der sozialdemokratisch regierten Länder von einem originären SPD-Erzeugnis los: dem sogenannten Radikalen-Beschluß aus dem Jahre 1972, damals vom Hamburger Senat angeregt und von Bundeskanzler Willy Brandt mit abgesegnet.

Eine Lektion für Europa

Gerät Amerika in Gefahr, nur noch als eine Weltmacht von begrenzter Verwendungsfähigkeit zu gelten? Rechtfertigt der rigorose Zugriff der Sowjets in Angola eine Erschütterung des Glaubens in die westliche Sicherheit, weil die Vereinigten Staaten dort ein politisches Vakuum entstehen ließen? Immerhin: Zehn Monate nach dem Auszug aus Vietnam hat die westliche Führungsmacht eine neue Demütigung hinnehmen müssen.

Kiep – ein Signal?

Eine Woche nach der neuen Polen-Debatte des Bundestages nimmt sich die innenpolitische Landschaft wie umgepflügt aus. Zum einen hat die Opposition an die Stelle inflatorischer Forderungen nach Vertragsverbesserungen eine Art Austerity-Programm gesetzt – zwar mit hartem Akzent, aber auf einen einzigen Punkt konzentriert: Es geht der Union nur noch um eine Garantie dafür, daß alle Deutschen, die dies wünschen, aus Polen ausreisen können.

Treppenwitz aus Peking

China stellte sich gegen die Welt, um sich der Welt zu verbinden. Mit diesem Paradoxon hat man das Rätsel der vier chinesischen Revolutionen zwischen 1911 und 1965 lösen wollen.

Die Zeitbombe tickt in Salisbury

Als Präsident Idi Amin die Asiaten mit britischen Pässen aus Uganda vertrieb, gab es im Mutterland des Empire neben wütenden Reaktionen auch versteckte Fragen, ob man denn diese Ex-Inder, denen britische Kolonialpolitik ein besseres Leben als Kaufmannskaste in Afrika ermöglicht habe, überhaupt aufnehmen müsse.

Der Paradiesvogel im Leineschloß

Frauen und Liberale werden weich, wenn es um Walther Leisler Kiep geht: die einen, weil Männer mit Manieren selten sind; die anderen, weil der geborene Hamburger eine so angenehm weitläufige Erscheinung auf der Bonner Bühne war, daß er die Liberalen seine Zugehörigkeit zur CDU manchmal fast vergessen machen konnte.

Zeitspiegel

Frankreichs jüngster Fall von Kindesentführung fand in der vergangenen Woche ein tragisches Ende: Der achtjährige Philippe Bertrand, dessen Verschwinden drei Wochen lang das Land in Atem hielt, ist tot.

Reiner Wein für den Westen

Leonid Breschnjew befreite den 25. Parteitag von einem Alpdruck. Die Delegierten hatten befürchten müssen, daß der Generalsekretär mit seiner Kondition eine Marathonrede nicht mehr über die Runden bringen könne.

Kohls schiefe Schlachtordnung

Politische Entscheidungen hängen selten vom reinen Zufall ab. Das dürfte auch für das Schicksal der Polenvereinbarungen gelten, obgleich darüber in zwei Wochen der Bundesrat das letzte Wort zu sprechen hat – und der ist seit der Bildung des Minderheiten-Kabinetts Albrecht in Niedersachsen mit Hilfe zweier Dunkelmänner so kompetent wie ein Würfelbecher.

Ohne Schlips und Witz

Erst aus Moskau ist nach Bonn gedrungen, daß der sowjetische Botschafter Valentin Falin am 25. Parteitag der KPdSU teilnimmt – und zwar nicht als Beobachter oder Gast, sondern als gewählter Delegierter.

Lockheed und kein Ende

Der Skandal am die Schmiergelder der amerikanischen Flugzeugfirma Lockheed zieht immer weitere Kreise, vor allem in Italien und Japan.

Moskaus Wink an die Gemeinschaft

"Der RGW hat stets seit seiner Gründung eigentlich die Bereitschaft zu internationaler Zusammenarbeit mit allen Ländern und allen Organisationen betont.

Das Ende des Zionismus?

Die Kluft zwischen Israel und den Juden in aller Welt ist größer geworden – Wo bleiben die Heimkehrer? (I)

Angst vor dem Ausverkauf

Ich schreibe und sage, was ich denke. Und ich weiß, daß ich recht habe.“ Dies ist das Programm des Michel Debré, der in den letzten Monaten mehr denn je schreibt und sagt, wie recht er hat.

Kühns Ast

Ursprünglich hatte sich Heinz Kühn, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, die Sache ganz anders gedacht: Im kommenden Jahr wollte er in Pension gehen.

Pilgern zu Rosi

Der Fahrer des Postbusses, der das schwere, gelbe Vehikel jeden Tag mehr als zwanzigmal über die steile Kurvenstraße vom Seegatterl zur Winklmoosalm steuert, ist auf die Frage schon programmiert: „Links hoch, dann wieder links und immer dem gelben Schild ,Skischule Mittermaier‘ nachgehen“, sagt er im Tonfall der telephonischen Zeitansage und fügt dann, ein wenig menschlicher, hinzu: „Aber laßt’s doch die arme Rosi in Ruh.

Zu betulich

Harry Liehr, Berlins zurückgetretener Senator für Verkehr und Betriebe, ist nicht ganz das unschuldige Opfer, als das er sich selbst sieht und auch von dieser und jener Berliner Zeitung gesehen wird.

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Während der frischgebackene Ministerpräsident seinen Bonner Parteifreund Walther Leisler Kiep den überraschten Niedersachsen als neuen Finanzminister präsentierte und fröhlich seinen zögernden Start entschuldigt: „Wir sind unverhofft an die Regierung gekommen, wir sind auf einen fahrenden Zug gesprungen“, tun sich die neuen Oppositionsparteien schwer.

Mit dem Geld der Kleinen

1962 avancierte Willy Fascher, Mitglied der SPD, vom Amtmann und Zweigstellenleiter zum Generaldirektor einer der größten deutschen Sparkassen.

Held oder Spinner?

Er sorgt für negative Schlagzeilen. Sein Name, mit roter Farbe an weiße Universitätsmauern geschmiert, löst im bürgerlichen Bremen Abscheu aus.

Die Teiche des Herrn Culmann

Burgen auf steiler Bergeshöh, Schlösser im Waldesdunkel, kopfhohe Fachwerkromantik in den Städten, Mühlen im Wiesental könnten heute in der Bundesrepublik nicht mehr entstehen: Eine immer gründlicher ins Detail gehende Reglementierung zügelt solche Baulüste.

Ohne Konzept in die Pleite

Das Bundeskabinett schlug solch einen Ton an, daß sich ein hoher Beamter der Bundesbahn „nur noch wundern“ mochte. Die Ministerrunde nannte die vom Bahn-Präsidium auftragsgemäß abgelieferten Vorschläge für eine Halbierung des Eisenbahn-Streckennetzes von derzeit 29 000 auf 15 000 Kilometer ein „Rechenwerk“, das die Regierung „sich nicht zu eigen machen will und kann“.

Der Traum vom großen Plan

Es ist schwer zu erkennen, ob die Gewerkschaften selber wirklich daran glauben oder ob sie nur von der Diskussion darüber ablenken wollen, welchen Anteil der Schuld auch sie an den wirtschaftlichen Problemen haben, mit denen wir uns zur Zeit herumschlagen müssen: zu hohen Lohnkosten, zu geringen Investitionen, wuchernden öffentlichen Ausgaben und wachsender Arbeitslosigkeit.

Vom Eise befreit...

Bundeswirtschaftsminister Hans Friderichs blickt „aufs Ganze gesehen nunmehr zuversichtlicher nach vorne“. Siemens-Chef Bernhard Plettner weiß, „daß die Erholung diesmal vom Konsum ausgeht“.

Im Glashaus

Von der Sicherheit der Rentenfinanzen könne „überhaupt nicht mehr die Rede sein“, sagte der sozialpolitische Sprecher der Unionsparteien, Hans Katzer, während der jüngsten Rentendebatte des Bundestages – er zitierte dabei die ZEIT.

Schock am Abgrund

Mit einer Ruhe, die erfahrene Gewerkschaftsführer und abgebrühte Labourpolitiker gleichermaßen erstaunt, nehmen die Briten die hohe und weiter steigende Arbeitslosigkeit hin.

BONNER KULISSE

Daß Bundeskanzler Helmut Schmidt, Außenminister Hans Dietrich Genscher, Verteidigungsminister Georg Leber und Wirtschaftsminister Hans Friderichs letzte Woche übereingekommen sind, an den bisher geltenden Ausfuhrbeschränkungen für deutsche Rüstungsgüter in Nicht-Nato-Länder festzuhalten, besagt vorerst nicht viel.

Buchmarkt: Kritisches vom Syndikat

Vor fünf Jahren glaubte eine Reihe deutscher Verleger, eine neue Goldmine entdeckt zu haben: das wissenschaftliche Taschenbuch.

Konkurrenz kommt mit ins Bild

Und unter der Überschrift „Deutsche Zigarettenpackungen jetzt mit Aufdruck ihrer Nikotin- und Kondensatwerte“ erschienen in überregionalen Tageszeitungen Anzeigen, in denen die Packungen der 20 größten deutschen Zigarettenmarken samt Schadstoff werten abgebildet waren.

Manager und Märkte

Franz Burda, nach schwerer Krankheit wieder voll genesen, wurde am Dienstag dieser Woche 73 Jahre alt und (fast) Ruheständler.

Gegendarstellung

Falsch ist, daß Lockheed’s Wirtschaftsprüfer „aus Versehen“ dem Senatsunterausschuß für Auslandsbeziehungen und multinationale Unternehmungen unter Leitung des Senators Frank Church streng geheime Akten aus den Lockheed-Tresoren zugeschickt habe, denen zu Folge ich zu den Personen zähle, die Lockheed ein Werbegeschenk in Millionenhöhe wert gewesen seien.

Die Folgen des Skandals: Müssen Amerikas Konzerne künftig öffentlich bekanntgeben, wen sie gerade bestechen?: Das große Schmieren

Am Montag sprang der Rabbi in den Tod. Entnervt von internen Machtkämpfen im Spitzenmanagement der „United Brands Company“, gequält von der Furcht, seine Widersacher könnten gewisse Unregelmäßigkeiten in den Büchern des Unternehmens als Druckmittel gegen ihn benutzen, stürzte sich Rabbi Eli Black, der Chairman des Konzerns, im Februar vergangenen Jahres vom 44.

Japanische Offensive

Deutschlands Auto-Hersteller produzierten und exportierten 1975, ein Jahr nach der großen Krise, kaum mehr Personenwagen als vor zehn Jahren.

Im Grundsatz unvereinbar?

Reicht die von der Bundesregierung betriebene wirtschaftliche Globalsteuerung, die – von Ausnahmen etwa im Energie- und im Baubereich abgesehen – auf die strukturelle Steuerung einzelner Branchen verzichtet, in der Zukunft aus? Müssen die Unternehmergewinne über eine längere Zeit stärker wachsen als die Arbeitnehmer-Einkommen? Diese beiden Fragen beherrschten die jüngste Gesprächsrunde der „Konzertierten Aktion“.

Fiskus greift nach den Sternen

Trost für Frankreichs Steuerzahler, die in diesen Tagen ihre Steuererklärung abgeben müssen: Ab und zu erwischt es auch die Großen.

„Deutsch“ heißt die Devise

Wenn das Symphonieorchester des Saarländischen Rundfunks im kommenden Monat nach Australien aufbricht, werden die Musikanten auf Kosten der Steuerzahler eine Maschine der „Philippine Air Lines“ besteigen.

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