Das Jahr 1975 könnte als das „Jahr der Kometen“ in die Geschichte der Astronomie eingehen. Kaum je zuvor wurden so viele Wandersterne am Himmel entdeckt. Eine große Zahl dieser herumirrenden Himmelskörper ist der Suche von Amateurastronomen zu danken. Einer von ihnen hat einen Rekord aufgestellt: Er hat in einer Nacht zwei Kometen gefunden: Der Japaner Hiroaki Mori.

Im ganzen sind 13 neue Kometen in die Himmelskarten eingetragen worden, vermutlich sind es aber mehr, weil nicht alle Entdecker ihren Fund auch melden. Das Jahr hat aber auch Enttäuschungen gebracht: Eine Anzahl Kometen, deren Bahnen man berechnet hatte und die „fällig“ gewesen wären, sind nicht aufgetaucht. So der Komet Wolf, der alle 6 bis 8 Jahre am Himmel erscheint, der aber in den letzten Jahren durch die Anziehungskraft des Jupiter seine Periode um 19 Monate verlängert haben dürfte. Selbst der berühmte Halleysche Komet, so meinen amerikanische Astronomen, sei nicht ganz zuverlässig. Es könnte sein, daß er, wenn er im Jahre 1986 wieder erscheinen müßte, um vier Stufen dunkler sei als das letzte Mal im Jahre 1910.

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Nukleare Explosionen, die heimlich unterirdisch vorgenommen werden, könnten von den seismologischen Stationen für Erdbeben gehalten werden, und es sei deshalb möglich, den vertraglich vereinbarten Versuchsstopp zu umgehen, haben manche gemeint. Dieser Ansicht widersprechen zwei englische Seismologen. Wenn man eine besondere Art von Seismographen benutze, dann könne man Explosionen, die größer seien als zweieinhalbmal die von Hiroshima, deutlich erkennen. Schwieriger allerdings werde es, wenn mehrere kleine Explosionen in einer Art Kette in Bruchteilen von Sekunden ausgelöst würden. Immerhin seien auch dann durch die Frequenzen der Erdstöße Unterscheidungen möglich. Keine Chance also, illegale Versuche zu verheimlichen, wenn sie nur stark genug sind.

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Das Wolfsmilchgewächs Euphorbia, durch seine leuchtend orangeroten Blüten, die wie Perlen aufgereiht sind, ein beliebtes Geschenk, enthält vielleicht einen Stoff, der bei der Bekämpfung mancher Krebserkrankungen eine Rolle spielen könnte. Das gleiche gilt von anderen Wolfsmilchgewachsen, die gegenwärtig untersucht werden, weil sie möglicherweise einen krebsauslösenden, wenn auch nicht krebserzeugenden Stoff absondern, das Crotonöl. Dieses Öl scheint auch krebshemmende Substanzen zu enthalten. Die Wolfsmilchgewächse werden seit Hippokrates’ Zeiten als Heilmittel gegen Warzen und Geschwülste eingesetzt und sind neuerdings bei der Untersuchung alter Volksheilmittel wieder in das Blickfeld der Pharmakologen gelangt. Forscher an der Universität von Virginia wollen jetzt mit ausgedehnteren Tierversuchen und Analysen beginnen, um die Wirkstoffe dieser alten Heilpflanzen näher zu definieren.

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„Die Frau von über vierzig, mit normaler Schulbildung, häufige Kirchgängerin und auch sonst mit konservativen Anschauungen, Gegnerin allzu weitgehender bürgerlicher Freiheiten, ist auch die ausgeprägteste Gegnerin von erotischer, erst recht von pornographischer Literatur!“ Dieses Bild zerstörten Psychologen aus Washington und von der Temple Universität, Philadelphia. Sie untersuchten die Einstellungen von fast 2500 Menschen beiderlei Geschlechts zwischen 20 und 80 Jahren mit diesem Ergebnis: Die schärfsten Gegner der Pornographie und beredtesten Verfechter einer scharfen Zensur wissen kaum faßbare Gründe für ihre Ansicht anzugeben. Vor allem können sie keine beweisbaren Nachteile der Verbreitung benennen. Die öffentliche Meinung dagegen fordert, zumindest in Amerika, Beweise für die schädlichen Wirkungen solcher „Literatur“. Für die Meinung des „Durchschnittsbürgers“ sei seine Bildung eher als Alter und Geschlecht maßgebend, haben die Untersucher ermittelt: Gebildete fänden eher Gründe für die wünschenswerten Eigenschaften als für die schädlichen von pornographischen Veröffentlichungen in Bild, Schrift und Film.