Die Wellen des angolanischen Krieges haben sich noch nicht gelegt, da droht Afrika ein neuer Konfliktherd. Als die Portugiesen Angola verließen, wurde aus dem Schwelbrand innerer Rivalitäten ein offener Krieg, den die stärkeren Bataillone Kubas schließlich gewannen. Als jetzt die Spanier die Fahne in der Westsahara niederholten, rief die Befreiungsfront „Polisario“ zum Kampf für die Unabhängigkeit, gegen die Invasoren, auf. Wiederholt sich Angola in Nordwestafrika?

Die Gegner stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß: Mauretanien und Marokko, unter die Madrid entgegen früheren Versprechen seine Kolonie aufgeteilt hat, sind auf der einen, Polisario, Algerien und (noch) wenige kubanische Söldner auf der anderen Seite angetreten. Die Zeit für Verhandlungen, so sagen sie alle, sei abgelaufen. Alle Zeichen deuten auf Sturm.

Wer kann Öl auf die Wogen gießen? Moskau will es nicht, weil es sich eine Ausdehnung seines Einflußbereiches in Afrika verspricht; Washington kann es nicht, weil der Kongreß jedes Eingreifen auf dem schwarzen Kontinent blockiert. Jetzt wäre die Stunde der afrikanisch-arabischen Solidarität gekommen. Doch wie bei Angola hat die Organisation für Afrikanische Einheit sich über die Westsahara nicht einigen können, und die Vermittlungsbemühungen der Arabischen Liga stießen bei den Beteiligten auf taube Ohren. Die Saharaouis werden noch lange auf Frieden in Freiheit warten müssen. bi