DIE ZEIT

Gewehr bei Fuß

Die Wellen des angolanischen Krieges haben sich noch nicht gelegt, da droht Afrika ein neuer Konfliktherd. Als die Portugiesen Angola verließen, wurde aus dem Schwelbrand innerer Rivalitäten ein offener Krieg, den die stärkeren Bataillone Kubas schließlich gewannen.

Abschied von einem Wort

Bedeutet die Absage Präsident Fords an den Begriff „Entspannung“ das Ende einer Phase der amerikanisch-sowjetischen Beziehungen? Markiert der Abschied von dem einst gängigen Wort den Anfang eines zweiten Kalten Krieges, wie ihn Skeptiker schon vor geraumer Zeit vorhersagten? Die Aufregung über die philologische Betrachtung, die der US-Präsident in einem Interview mit der regionalen Fernsehstation WCKT in Florida anstellte, könnte Schlimmes vermuten, lassen.

Die Gesundheit macht uns arm

Die einen beklagen sich über Volksverhetzung und die anderen schimpfen über die Rezessions-Gewinnler. Massen werden gegen Massen mobilisiert.

Der neue Rejtan

In der vorigen Woche wurde im deutschen Fernsehen die Sitzung des Sejm gezeigt, in der das polnische Parlament über die neue Verfassung abstimmte, hinter der die Polen die Hand des großen Bruders sehen.

Sprung nach vorn

Der Rückzug der Militärs aus der Politik stabilisiert die Demokratie in Portugal

„...nicht immer im Parkett“

ZEIT: Herr Regierender Bürgermeister, Sie haben in einer Rede vor der Gewerkschaft ÖTV gesagt, wer von Verfilzung in dieser Stadt spreche, dem müßten Sie Demagogie und Agitation vorwerfen.

Zeitspiegel

Immer wenn die Regierenden nicht so regieren können, wie sie wollen, fällt ihnen nur das eine ein: sie wollen das Hindernis austricksen.

Dreizehn Gesetzesvorhaben bis zur Neuwahl

1. Bodenrecht: Mehr Möglichkeiten für kommunale Bau-, Modernisierungs- und Abbruchgebote sowie für die Bodenvorratspolitik; leichtere Enteignungsverfahren; Teilabschöpfung der durch gemeindliche Planungen entstandenen Wertsteigerung von Grundstücken.

Lokomotive mit vielen Bremsern

Die einzige Bombe auf dem 25. Parteitag bastelte Leonid Breschnjew selber. Der Physiker Anatoli Alexandrow, Präsident der Akademie der Wissenschaften, war gerade dabei, die Bedeutung der "atomaren Technologie" für die Medizin zu rühmen – da unternahm der sowjetische Parteichef einen ungewöhnlichen Eingriff in das byzantinische Protokoll dieses Kongresses.

Ungereimtes zur Berlin-Präsenz

Im Vergleich zu früheren Anlässen geht es beim jüngsten Berlin-Gerangel ausgesprochen moderat zu. Es scheint, als wolle niemand polemische Funken aus der alliierten Weigerung schlagen, Sitzungen des Bundestagspräsidiums und des Ältestenrats in West-Berlin zuzulassen.

Die Briten rüsten zum Widerstand

Als der (damalige) niederländische Ministerpräsident Biesheuvel kurz vor Schluß der Pariser Gipfelkonferenz im Oktober 1972 zu später Stunde die Frage der Direktwahlen zum Europäischen Parlament aufwarf, reagierte die Konferenz verstimmt.

Wolf gang Ebert: Hexenjäger

Bald wird es mehr Spaß machen, im Wartezimmer auf den Onkel Doktor zu warten. Es soll nämlich nach den Wünschen des Bundesvorsitzenden der Kassenärzte zu einem Aufklärungsbüro werden, wo die Patienten über die Leiden der Ärzte aufgeklärt werden.

Vor einem Krieg in der Westsahara?

In der früheren spanischen Kolonie Westsahara stehen die Zeichen auf Sturm: Der letzte Regierungs-Vertreter Spaniens hat das Land verlassen, die Befreiungsbewegung POLISARIO hat einen unabhängigen Staat „Arabische Demokratische Republik Sahara“ ausgerufen; Marokko und Mauretanien, die Erben Spaniens, bestreiten dies.

Halbe Reformen

Spätestens Anfang April wird in Bonn ein journalistisches Angebot verschwinden, das wenige kennen – und noch weniger schätzen gelernt haben: Die auf zwei Seiten ausgebreiteten „Bonner Berichte“ der Tageszeitung „Die Welt“ werden aufgelöst und einzelne ihrer Bestandteile fortan in die Seiten zwei und drei der Zeitung aufgenommen.

Die Guillotine soll nicht rosten

Staatspräsident Giscard d’Estaing mußte seine Minister zur Ordnung rufen. Er verbat sich kategorisch, daß Regierungsmitglieder zum Thema Todesstrafe Stellung nehmen.

Der Mythos Israel zerbrach

Amerikanische Rabbiner unter Führung des Pittsburghers Poupko entwickelten 1956 den ersten Plan für eine Auswanderung sowjetischer Juden nach Israel und gründeten eine Bewegung „Rettet die Sowjetjuden“.

„Lieber kämpfen und sterben“

Im östlichen Grenzgebiet Rhodesiens mehren sich die Überfälle der schwarzen Untergrundkämpfer. Entlang der über 1200 Kilometer langen Grenze zu Moçambique ist es in der letzten Zeit zu zahlreichen Gefechten zwischen den Guerilleros und den Regierungstruppen gekommen.

Zeitliches aus Hamburg: Hefe im Kuchen

Im Ernst hatte keiner daran gezweifelt, daß die clevere liberale Bundestagsabgeordnete und Chefin des Hamburger Landesverbands der FDP nicht den kleinen Kirst von Platz 1 der Landesliste, wo er noch bei der letzten Bundestagswahl stand, wegboxen könne.

Spantax, Sonne, Salmonellen

Die Mehrzahl der 119 Passagiere, die am vergangenen Freitag gegen 15 Uhr auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen die Maschine verließen, fühlte sich geschmeichelt.

Sammeln für Danzig

Nicht die geschickteste Art, bundesdeutsche Polen-Politik populär zu machen, dafür jedoch einen Weg, mal wieder ins Gespräch zu kommen, ließ sich Schriftsteller Günter Grass im Dezember vergangenen Jahres einfallen.

Keine Leichen und kein Geständnis

Am 9. März soll das Landgericht Zweibrücken das Verschwinden von drei Kindern aus Pirmasens aufklären. Seit dem 25. November 1960, einem Freitag, hat niemand mehr etwas von dem neunjährigen Schüler Walter Broschat gesehen.

Ladenschluß: Nachts am Kiosk

Deutschlands wohl bekanntester Einzelhändler, der seit Jahren wider den Stachel des Ladenschlußgesetzes lockt, ist unter die Kioskbesitzer gegangen.

Wackliger Lehrstuhl: Der Papst und der Sex

Die katholische Theologie-Professorin Uta Ranke-Heinemann hat Ärger mit Kardinal Höffner. Nach der Panorama-Sendung Anfang Februar, in der sie die jüngste Vatikan-Erklärung zur Sexualethik als „weithin lieblos, ungerecht und theologisch völlig schludrig“ bezeichnet hatte, kam ihr aus dem Kölner Generalvikariat ein Brief ins Haus.

Statt Ausdauer nur Ausreden

In den sechziger Jahren wurde die französische Fußball-Nationalmannschaft mal an die See geschickt, wo die Spieler ganz spezielle Algenbäder nehmen, stundenlang im Meerwasser sitzen und ihre Beine mit geheimnisvollem Seetang abreiben sollten.

...und nichts dazugelernt

Eine Fliege, die im Bierglas schwimmt, glaubt, daß die ganze Welt im Gerstensaft ertrinkt. Wer Liebeskummer hat, kann sich nicht vorstellen, daß das Leben auch mal wieder lustig werden kann.

Manager & Märkte

Deutschlands Taxen werden nun auch für die Werbung eingespannt. Gestartet wurde die rollende Reklame im letzten Herbst in Berlin.

Ein nützlicher Zwitter

Warum Bonn private Investitionen in den Entwicklungsländern jetzt stärker fördert

Transparent

Was die Pharma-Industrie selbst nie fertigbrachte, hat sich nun endlich die Gesundheitsministerin Frau Focke, und zwar noch für diese Legislaturperiode, vorgenommen: Transparenz – wenigstens in Teilbereiche! – auf dem völlig unübersichtlichen deutschen Arzneimittelmarkt zu schaffen.

BONNER KULISSE

Arbeits- und Sozialminister Walter Arendt ist keineswegs gegenüber jedermann so sozial, wie er oft dargestellt wird. Als seine Kabinettskollegen Katharina Focke (Jugend und Familie), Werner Maihofer (Innen), Karl Ravens (Bau) und Helmut Rohde (Bildung) dafür plädierten, die Bundesregierung solle „für die seit längerem in der Bundesrepublik ununterbrochen tätigen ausländischen Arbeitnehmer eine angemessene und schrittweise Verfestigung des aufenthaltsrechtlichen Statuts anstreben“, winkte Arendt ab.

Öffentlicher Dienst: Ober-Sparer

Bundesrechnungshofs-Präsident Hans Schäfer läßt nicht locker: Im Mai will er sich mit den Präsidenten der Landesrechnungshöfe für zwei Tage in Bad Reichenhall treffen, um weiter darüber zu beraten, wie man im Bereich des öffentlichen Dienstes jene „Einsparungen in Milliardenhöhe“ erzielen könnte, die Schäfer – und nicht nur er allein – für möglich hält.

Debakel an der Rhone

In Fos-sur-Mer, vor kurzem noch als „Ruhrgebiet am Mittelmeer“ gepriesen, wird mehr gestreikt als produziert. An der Mündung der Rhone, unweit von Marseille, wollte die Pariser Regierung ein Industriegebiet riesigen Ausmaßes aus dem Boden stampfen.

Beim dritten Mal allein

Computer-Geschäft erneut umorganisieren Der schwierigste und riskanteste Job, den der Weltkonzern Siemens gegenwärtig zu vergeben hat, wird demnächst dem 45jährigen Anton Peisl zufallen.

150 Mark für eine Mutter

Als der kleine Michael P. seine Mutter durch einen Verkehrsunfall verlor, war er gerade fünf Jahre alt. Er hatte zwar noch seinen Vater, einen Kraftfahrer, aber niemanden mehr, der ihn versorgte, umhegte und bemutterte.

Ausverkauf im Oberhaus

Christopher Weston, Chef des Londoner Auktionshauses Phillips, kann zufrieden sein: „Die letzten Monate waren sicherlich die erfolgreichsten in unserer 180jährigen Geschichte.

ZEIT spart Geld

Spürbar belebt hat sich die Nachfrage nach Sogenannten Finanzierungsschätzen des Bundes. Ihr Mindestzeichnungsbetrag ist im vergangenen Monat von 5000 auf 1000 Mark zurückgenommen worden.

Börsen-Report: Chancen für Rohstoff-Aktien

Für die Börse war Aschermittwoch, bevor der Karneval in seine Schlußphase trat. Für einen allgemeinen Katzenjammer sorgte nämlich die Ankündigung der Klöckner-Werke, die Dividende ausfallen zu lassen.

Predigten ohne Echo

Es ist unmöglich, von Renée nicht beeindruckt zu sein. Seit über einem Jahr hat sie ihren Standort an den Champs-Elysées. Ihre Kunden sind mit ihr sehr zufrieden, ihre Leistung schlägt alle Rekorde.

Kampf dem Kleingedruckten

Millionen Verbraucher können aufatmen. Denn die Fallstricke, in die sie sich beim Einkaufsbummel verstricken können, werden bald weniger gefährlich.

Herausmogeln geht nicht

Dach: Sie wissen, daß Schlagworte vergröbern und so lediglich aufrütteln, auf Probleme aufmerksam machen können. So ist es auch bei der Kostenlawine im Gesundheitswesen, die ja vorhersehbar war, aber nicht zur Kenntnis genommen wurde.

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