Die weißen Siedler des Landes geben noch nicht auf

Von Xan Smiley

Salisbury, im März

Im östlichen Grenzgebiet Rhodesiens mehren sich die Überfälle der schwarzen Untergrundkämpfer. Entlang der über 1200 Kilometer langen Grenze zu Moçambique ist es in der letzten Zeit zu zahlreichen Gefechten zwischen den Guerilleros und den Regierungstruppen gekommen. Die rhodesischen Behörden behaupten, die Aufständischen zögen sich nach jedem Angriff sofort wieder nach Moçambique zurück. Es ist jedoch inzwischen klar, daß die Guerillas auch auf rhodesischem Gebiet Stützpunkte haben.

Der Kampf wird mit wachsender Grausamkeit ausgetragen, allen gegenteiligen Beteuerungen der Regierung zum Trotz werden die Aufständischen immer aktiver. Sie rauben Dorfläden aus, setzen Bauernhäuser in Flammen und legen Minen. Es heißt, die Guerilleros gingen besonders brutal mit solchen Schwarzen um, die sie der Informationstätigkeit für die Regierung bezichtigen.

Die Rebellen gehen jeweils nach der gleichen Taktik vor: Sie greifen in kleinen Gruppen an und ziehen sich dann schnell zurück. Gewöhnlich richten sich ihre Attacken auf „weiche“ Ziele: unbewohnte Farmgebäude und ungeschützte Geschäfte. Die meisten Opfer der Sprengstoffanschläge und Raubüberfälle sind bisher Schwarze gewesen. So wurden zwei mit Schwarzen besetzte Busse in die Luft gejagt. Die Busfahrer weigern sich, bestimmte Routen noch zu befahren.

Meistens vermeiden die Untergrundkämpfer Gefechte mit Regierungstruppen. Durch ihre Überraschungsschläge binden sie jedoch eine große Zahl von Sicherheitsverbänden. Die Niedergeschlagenheit der regulären Einheiten wächst angesichts der meist erfolglosen Hatz auf die Rebellen. Es soll auch schon zu Ausschreitungen der Truppen gekommen sein. So berichtete ein ehemaliger weißer Soldat von einem Massaker der Armee unter schwarzen Sympathisanten der Guerilla. Die Regierung hat diesen Vorwurf als lächerlich abgetan.