Bonn gibt Kredit

Als erste Hilfe nach der jüngsten Lira-Krise lieh Bonn die 500 Millionen Dollar noch einmal an Rom, die Italien der Bundesbank im Vorjahr als Teilrückzahlung auf einen 24monatigen Bundesbankkredit von zwei Milliarden Dollar geleistet hatte (DIE ZEIT Nr. 6, Krisen-Lira). Weiterhin erwartet die römische Notenbank eine Auffüllung ihrer dürftigen Devisenreserven durch einen 530 Millionen-Dollar-Kredit des Weltwährungsfonds sowie durch eine Milliarde Eurodollarkredite mit EG-Garantie.

Italiens Auslandsschulden werden dann 16 Milliarden Dollar betragen. Demgegenüber steht noch ein Goldschatz zum Tageswert von zehn Milliarden Dollar, von dem allerdings bereits Bestände für zwei Milliarden Dollar der Deutschen Bundesbank verpfändet sind.

Da die neuen Kredite gerade ausreichen, in diesem Jahr die Zins- und Tilgungsverpflichtungen zu erfüllen, kann Rom damit den Lira-Kurs nicht stützen. Italien hat Bundeskanzler Helmut Schmidt vor Auslandsjournalisten auch für den Fall nicht von vornherein ausgeschlossen, daß dort die Kommunisten mit an die Regierung kämen. Es werde dann auf die Umstände und die Entscheidungen der anderen Partner ankommen, meinte Schmidt. fg

Metaller verhandeln wieder

An diesem Wochenende laufen die Lohnverhandlungen in der Metallindustrie mit ihren fast vier Millionen Beschäftigten wieder an. Sie waren ins Stocken geraten, weil die Arbeitgeber kein Angebot machen wollten, bevor die Gewerkschaften auf weitere Forderungen aus anderen auslaufenden Tarifverträgen verzichten (ZEIT Nr. 9: Das Derby der Schnecken).