Hannover

Die Mehrzahl der 119 Passagiere, die am vergangenen Freitag gegen 15 Uhr auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen die Maschine verließen, fühlte sich geschmeichelt. Photoreporter und Fernsehkameras bereiteten ihnen einen unerwarteten Empfang. Irgendein Prominenter, so vermuteten die sonnengebräunten unter den heimkehrenden Urlaubern, habe inkognito am Flug BX 349 von Las Palmas/Gran Canaria nach Hannover teilgenommen. (Siehe auch Seite 54.)

Auch ein gelbes Flugblatt, das ihnen noch vor der Paßkontrolle ausgehändigt wurde, erhellte den Touristen Hintergrund und Bedeutung des Begrüßungstrubels kaum.

Der Schreck kam erst auf niedersächsischem Boden. Denn die Coronado der spanischen Bedarfsfluggesellschaft Spantax, gechartert von der Touristik Union International (TUI), brachte an diesem 27. Februar nicht nur sonnenzufriedene Urlauber zurück. An Bord waren auch einige Kranke gewesen. Ihre Mitreisenden hatten die Gesichtsblässe auf die Flugstrapazen bezogen. Die wirkliche Ursache: Salmonellenvergiftung.

Infiziert hatten sich mehrere hundert Touristen auf verschiedenen Flügen, die Spantax-Maschinen am 19. und 20. Februar von und nach Gran Canaria durchführten. Die Erreger der Gastroenteritis genannten Magen-Darm-Entzündung, die Salmonellen, scheinen in der Verpflegung gewesen zu sein, die man den Passagieren während des Viereinhalb-Stunden-Fluges gereicht hatte.

Der Speisezettel der Charter-Jets ist nicht immer gleich. Am 13. Februar beispielsweise lagen für das Diner in zehn Kilometer Höhe zwei stark panierte kleine Schnitzel, die ihre Ahnentafel auf ein Schwein ebensogut wie auf einen Puter hätten zurückführen können, auf dem Tablett der Touristen, daneben ein Stück Kuchen und weitere Happen. Außerdem gab es in einem offenen Schälchen noch grüne Salatschnipsel, garniert mit zwei Eihälften und Mayonnaise.

Während der Spantax-Flüge zwischen Hannover, Hamburg und Helsinki und Las Palmas am 19. und 20. Februar wurde Kartoffelbrei mit Bohnen und einem aufgeschlitzten Würstchen serviert; auch dieses Menü ergänzte das mayonnaisengebettete Ei.