Was die Pharma-Industrie selbst nie fertigbrachte, hat sich nun endlich die Gesundheitsministerin Frau Focke, und zwar noch für diese Legislaturperiode, vorgenommen: Transparenz – wenigstens in Teilbereiche! – auf dem völlig unübersichtlichen deutschen Arzneimittelmarkt zu schaffen.

Daß die teuerste Medizin nicht zugleich auch die beste oder gar die wirtschaftlichste ist, hat sich schon herumgesprochen. Doch wie soll der Arzt ökonomisch verordnen? Er kennt von den vielen tausend Arzneien nur wenige hundert. Gerade die häufig benötigten Medikamente werden. – in gleicher oder ähnlicher Rezeptur – unter verschiedenen Bezeichnungen und Preisen von vielen Pharma-Produzenten vertrieben.

Amtliche Standards für Arzneien, deren „Wirksamkeit, Unbedenklichkeit und Qualität als erwiesen gelten“, sollen nach dem Willen der Ministerin bald Licht in das Dunkel bringen: Gleiche Medikamente trügen dann eine einheitliche Bezeichnung. Und die Branche kann es sich in diesen Fällen sparen, mit vielen Werbemillionen Markennamen aufzubauen, die nur dem einen Zweck dienen: den Verbraucher und Arzt auf Kosten der Krankenkassen irrezuführen. üth.