Lukrative Finanzschätze

Spürbar belebt hat sich die Nachfrage nach Sogenannten Finanzierungsschätzen des Bundes. Ihr Mindestzeichnungsbetrag ist im vergangenen Monat von 5000 auf 1000 Mark zurückgenommen worden. Die Verkaufszinssätze (Kaufpreisabschläge pro Jahr vom Nominalwert) für Finanzierungsschätze betragen zur Zeit 5 1/8 Prozent bei einjähriger Laufzeit und 5 3/4 Prozent bei zweijähriger Laufzeit. Daraus errechnet sich eine Rendite von 5,40 bis 6,30 Prozent jährlich. Diese Sätze liegen gegenwärtig deutlich über dem „Markt“. Einjährige Bankschuldverschreibungen bringen nur 4,80 beziehungsweise zwischen 5,80 und sechs Prozent. Die Finanzierungsschätze überbieten im Augenblick auch die Bundesschatzbriefe, die im ersten Jahr 5,25 Prozent bringen, deren Zinssatz sich aber während der sechsjährigen Laufzeit ständig verbessert. Finanzierungsschätze sind während ihrer Laufzeit unverkäuflich. Sie werden sowohl von den Kreditinstituten als auch von den Landeszentralbanken abgegeben.

Rätselraten über AEG

AEG-Telefunken hat die jährliche Bilanzpressekonferenz vom 11. Mai auf den 29. April vorverlegt. Beim Datum für die Hauptversammlung (7. Juli) soll es indessen bleiben. Dennoch wird nach Gründen für die Vorverlegung des Termins der Pressekonferenz gesucht. Sollen auf der Hauptversammlung Beschlüsse gefaßt werden, die so schwerwiegend sind, daß man den Aktionären eine längere Überlegungs- und sich selbst eine längere Überzeugungsfrist einräumen muß? Als sicher gilt der Vorschlag für eine weitere Kapitalerhöhung. Mit Argusaugen verfolgen die Börsenspekulanten alle Vorgänge um den zweitgrößten deutschen Elektrokonzern. Und das ist dem Kurs seiner Aktien in den letzten Monaten zugute gekommen.

Junge Dresdner-Bank-Aktien billig?

Ab Monatsmitte wird das Bezugsrecht auf die jungen Aktien der Dresdner Bank gehandelt. Das Bezugsverhältnis beträgt 6:1, der Ausgabekurs für die jungen Aktien 150 Mark, dividendenberechtigt ab 1. Januar 1976. Der rechnerische Wert des Bezugsrechtes liegt heute bei etwas über 13 Mark. In Börsenkreisen geht man davon aus, daß die Dresdner Bank den Kurs ihrer alten Aktien bis zur Kapitalerhöhung „bremsen“ wird, um so für eine reibungslose Unterbringung der jungen Aktien zu sorgen. Sie lassen sich besser verkaufen, wenn man ihnen einen „Kursnachholbedarf“ unterstellen kann. Allerdings ist nicht klar, ob der „gebremste“ Dresdner-Bank-Kurs zur Zeit tatsächlich gewollt oder lediglich die Folge der allgemein schwächeren Tendenz für Bank-Aktien ist.

Vorzeitige Tilgung von Sechsprozentern