Theater, das den Emanzipationsprozeß seines Publikums allzu gewaltsam beschleunigen möchte, erreicht mit halbleeren Häusern nur das genaue Gegenteil.

Hilmar Hoff mann, Frankfurter SPD-Kulturdezernent, in seiner Rede „Theater und Emanzipation; „Frankfurter Rundschau“,28. Februar.

Da gibt es doch schon einen Radikalenerlaß bei der Verteilung: Kommunistisches kriegt keine Zuschüsse. Da muß man sich ja zu den Kommunisten stellen, weil man dazu gemacht wird.

Helmut Ruge, Kabarettist, SPD-Mitglied, in der Diskussion „Steuergelder für Privattheater?“; „AZ“, 28. Februar.

Öffnet die Hochschulen

Ein „genereller Numerus clausus kann vermieden werden“; „alle Studienberechtigten sollen die Möglichkeit eines (Hochschul-)Zugangs erhalten“; in der Verwaltung und in der Wirtschaft „wird ein wachsender Bedarf für Absolventen dreijähriger Studiengänge zu verzeichnen sein“. Mit diesen Thesen in seiner jüngsten Empfehlung leistet der Wissenschaftsrat einen beeindruckenden Beitrag zur aktuellen Diskussion um Abitur und Hochschulzugang, Überfüllung der Universitäten, Studienreform und „akademisches Proletariat“. Der Wissenschaftsrat ist für die Hochschulpolitik das wichtigste und ein überaus angesehenes Beratergremium aus Vertretern der Bundes- und der Landesregierungen, Wissenschaftlern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens; seit über fünfzehn Jahren leistet er eine zumeist liberale, nicht professorenhörige Beratung. Um den Numerus clausus und die Warteschlangen „parkender“ Studenten abzubauen oder ganz abzuschaffen, sind nach Ansicht des Wissenschaftsrates die Studienreform und dreijährige Studiengänge für etwa die Hälfte aller Studenten unabdingbar. Auch rund 30 Prozent Studienberechtigte eines Jahrgangs und die dadurch bedingte hohe Anzahl an Akademikern schreckt den Wissenschaftsrat nicht: Damit läge die Bundesrepublik „im Rahmen der allgemeinen Entwicklung in Industrieländern“. Allerdings: Es könne unter Umständen für eine Weile zu einem Überangebot an Akademikern kommen; ein Studium würde dann keinen Anspruch auf einen ihm entsprechenden Beruf mehr begründen. Aber besser das, meint der Wissenschaftsrat, als schon den Abiturienten, die keine weiteren Ausbildungsmöglichkeiten vorfinden, den Weg an die Hochschule zu verbauen.

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