Eetwa einen Kilometer vor der Küste der englischen Grafschaft Devonshire wird ein neuer Versuch unternommen, Austern zu züchten. Bisher hat man es nur in Flußmündungen probiert. Die Austern werden in Kästen ausgesetzt, die je nach ihrer Größe verschieden weite Maschennetze haben. Nachdem man es zuerst mit europäischen Austern versucht hatte, ist man jetzt zu einer pazifischen Muschel übergegangen, die härter ist und dreimal so schnell wächst; sie kann ein Gewicht von 100 Gramm erreichen. Beim ersten Versuch hatte man den Laich für etwa 8000 Austern in dem Fischgarten versenkt, nach einem Jahr konnte man feststellen, daß sich die Tiere schneller entwickelt hatten, als man vorher schätzen konnte; nur zehn Prozent des ausgesetzten Laichs hatte sich nicht entwickelt. In Fischgärten gezüchtete Austern sind nicht nur für den Feinschmecker bestimmt, sie sollen auch helfen, die Eiweißbilanz zu verbessern.

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Zwei Möglichkeiten einer Impfung gegen Schwangerschaft werden gegenwärtig erwogen und wissenschaftlich untersucht. Während man in Deutschland Antikörper gegen die Placenta zu entwickeln versucht, so daß sie sich nicht an der Schleimhaut der Gebärmutter festsetzen kann, gehen indische Forscher einen anderen Weg: Sie versuchen, die Frau, die sie vor einer ungewollten Gravadität schützen wollen, zur Bildung von Antikörpern gegen das Hormon HCG zu veranlassen. Das HCG (menschliches Chorion-Gonadotropin) entsteht in der Plazenta etwa am sechsten bis achten Tage nach der Befruchtung. Gelingt es, dieses Hormon durch Antikörper zu neutralisieren, dann kann sich das befruchtete Ei nicht einnisten. Die Schwierigkeit, die in Deutschland wie in Indien die Entwicklung besonders mühevoll machen, besteht darin, daß Antigene gefunden werden müssen, die nur auf Gebärmutterschleimhaut und die Hormone wirken. Da das HCG körpereigen ist, – im Gegensatz zur Placenta, die vom werdenden Kinde stammt –, ist es besonders schwer, die Antikörperbildung zu veranlassen. Die indischen Forscher halfen sich damit, daß sie den Impfstoff durch Einbau eines Teils des Moleküls des Tetanus-Texoids veränderten.