Natürlich gehe ich in jeden Urlaub mit einer Sehnsucht nach Kontakten und Freunden. Aber als isolierte Persönlichkeit bin ich außerordentlich vorsichtig im Vertrauen-Geben und zudem völlig ungeübt, aus der mühsam anerzogenen Rolle als „glücklich-zufriedene Ledige“ wirklich herauszutreten. Ich habe mich damit abgefunden, daß die knappen und teuren Einzelzimmer in den Hotels fast immer neben der Treppe oder der Toilette liegen. Meine Ausflüge mache ich allein. Ich habe gelernt, mit mir selber auszukommen. Ingelene Dziuba, Tübingen

Es kommt darauf an, den Einsamen zu helfen, daß sie mit der Einsamkeit sinnvoll leben können, indem sie sie bejahen. Oft sind Einsame anspruchsvoller als Menschen, die im Familienverband leben, und sie drehen sich um sich selbst.

Lieselotte Fischbach, Yverdon (Schweiz)

Animation täuscht oft eine Geselligkeit vor, die keine ist. Da wird ganz einfach Zeit totgeschlagen. Als ob im Beruf, im Haushalt, vor dem Fernseher, auf Partys nicht schon genug Zeit totgeschlagen wird. Dafür sollte der Urlaub zu schade sein. Es geht auch ohne Animation. Kann Einsamkeit nicht auch Zu-sichselbst-Finden und Neue-Kraft-Schöpfen bedeuten? Jürgen Harms, Meran

Versuche, die Einsamkeit abzubauen, müssen schon vor der Reise unternommen werden. Man muß sich die Mühe machen herauszufinden, welche seiner Interessen sich intensivieren lassen. Man muß sich anderen Menschen mitteilen. Man muß ihnen zuhören können. Wer so weit gekommen ist, der wird sich kaum noch für eine fremdgeplante Reise entscheiden, sondern seine Reise selbst gestalten – und Partner finden.

Eva Hildebrand, Eschbach

Urlaub ohne Einsamkeit? Ganz einfach – drei Punkte: 1. Landessprache etwas beherrschen, 2. Touristenzentren meiden, 3. Nicht auf den Entertainer warten! Gute Erholung!