DIE ZEIT

Schatten über Spanien

Der Gegensatz hätte nicht krasser sein können: In Bonn versprach in der vorigen Woche der starke Mann Spaniens, Innenminister Fraga Iribarne, zügige Liberalisierung, damit sein Land so rasch wie möglich der Europäischen Gemeinschaft beitreten kann.

Krebsherd

Der Lockheed-Skandal gleicht einem Krebsherd, der immer neue Metastasen zeugt. Die Zahl der Sünder, auf die die Bestechungspraktiken der Flugzeughersteller und anderer US-Firmen ihre Schatten werfen, wächst.

Recht vor Gnade

So etwas hat es noch nicht gegeben: Das Schwurgericht in Verden an der Aller weigert sich, einen überführten Mörder zu der einzigen vom Gesetz vorgesehenen Strafe zu verurteilen – lebenslangem Freiheitsentzug.

Wie haltbar ist die Koalition?

Walter Scheel hat aus seinen undoktrinären Ansichten über den Lebenszweck und die begrenzte Haltbarkeit von Koalitionen schon als Außenminister kein Hehl gemacht.

Es geht aufwärts

Nicht nur die Bundesregierung wäre froh, wenn sie genau wüßte, wie es mit der Wirtschaft weitergehen wird. Uns allen wäre wohler zumute, wenn wir sicher sein könnten, daß die positiven Signale aus den Unternehmen Zeichen einer dauerhaften Belebung sind.

Noch eine Gnadenfrist für Rhodesien?

Die Szene im rhodesischen Verteidigungsministerium erinnerte an ein Erlebnis zwei Wochen vorher in Kinshasa. Damals war der Gesprächspartner Holden Roberto, der inzwischen besiegte Chef der angolanischen Befreiungsorganisation FLNA.

Zeitspiegel

Die Tageszeitung Die Welt kündigte in ihrer Ausgabe vom Montag dieser Woche auf Seite 3 an: „Axel Springer: Weiterer Ausbau der WELT-Gruppe.

Seit vier Jahren bemüht sich der Hamburger Strafvollzug um die Resozialisierung von Schwerkriminellen. Die Reformer stoßen auf wachsenden Widerstand.: Kampagne gegen den Fortschritt

Kaiser Wilhelm II. regierte noch Deutschland, als die Strafanstalt Fuhlsbüttel in Hamburg gebaut wurde. Wie alle damals um die Jahrhundertwende entstandenen Baulichkeiten hat auch Fuhlsbüttel den Charakter einer Festung: streng, herrisch, abweisend – auch der etwas unmotivierte pseudogotische Uhrenturm vermag an diesem Eindruck nichts zu ändern.

Keine Achse Bonn-Peking

Nach einer ganzen Serie von mehr oder weniger prominenten christlichen Demokraten haben nun auch die CDU-Bundestagsabgeordneten Marx und Dregger ihre chinesischen Lehr- und Wandertage absolviert.

Es blieb ein Rest von Zweifel

Die langersehnte Nachricht kam am Montagabend. Um 18.30 Uhr war Außenminister Hans-Dietrich Genscher von der Erklärung zu dem deutsch-polnischen Vertragswerk in Kenntnis gesetzt, die sein Warschauer Kollege Stefan Olszowski am folgenden Morgen über die „Polska Agencja Prasowa“, die amtliche Nachrichtenagentur seines Landes, verbreiten lassen würde.

Statt „Kompromiß“ die „Alternative“?

Die geballte Faust, mit der Parteichef de Martino den Kongreß der Sozialistischen Partei Italiens (PSI) letzten Sonntag verabschiedete, prangte groß auch hinter ihm auf der Stirnseite des Saales.

Wolfgang Ebert: Der Wortlaut

Um endlich etwas Klarheit über das Gespräch Scheel-Leisler Kiep zu verschaffen, veröffentlichen wir es hier im Wortlaut. Wir bitten um Verständnis dafür, daß wir – aus Respekt vor dem Amt des Bundespräsidenten – Scheels Äußerungen weglassen.

US-Diplomatie: Voll ins Fettnäpfchen

Henry Kissinger ist auf dem besten Weg, für die Franzosen zum Inbegriff des „häßlichen Amerikaners“ zu werden. Für Gaullisten und Linke war er schon immer der Mann, der das eigene Interesse vor das der Partner stellte.

Der Mahner aus Montana

Sein ceterum censeo versetzte die Europäer immer wieder in Aufregung. Jahr für Jahr hat Mike Mansfield eine Verminderung der amerikanischen Truppen in der Alten Welt gefordert.

Die Gnadenlosen

Ein alter Mann, auf Lebenszeit seiner Freiheit beraubt, liegt todkrank in einem italienischen Lazarett. Sein einziger Wunsch ist es, noch einmal die schwäbische Heimat wiederzusehen.

Schmerzende Stacheln

Nach dem Fernseh-Interview Walter Scheels am vergangenen Freitag kann von einer „Beruhigung“ und einer „Klärung“ keine Rede sein.

Streiks und Unruhen in Spanien

Spanien erlebt die größten Unruhen seit Francos Tod: Generalstreik im Baskenland, Sympathiestreiks in allen Landesteilen, Zusammenstöße mit der Polizei, die in den vergangenen vierzehn Tagen sieben Todesopfer und über 180 Verletzte forderten; über 100 Menschen wurden verhaftet, Journalisten mißhandelt, Universitäten geschlossen.

Ende der Euphorie

Das Wort „Détente“, das der Große Webster mit relaxtion of tensions, Nachlassen der Spannungen, umschreibt, ist im politischen Vokabular Amerikas diskreditiert.

Hilflose Person

Eine behinderte Rollstuhlfahrerin kommt auf dem Hauptbahnhof an, läßt sich von der Bahnpolizei ein Taxi besorgen und fährt schnurstracks zum Sozialamt.

Schleuder oder Waldeslust

Wo die Havel, vom Norden her nach Berlin fließend, auch auf dem westlichen Ufer West-Berliner Gebiet erreicht, sieht der Binnenschiffer statt einer Lorelei das ernüchternde Ausrufungszeichen eines mächtigen Schornsteins über die dichten Kiefern ragen.

„...wenn er erfolgreich bleiben will“

Das Land der Uhren und der Touristik, das Paradies für Skifans und Schokoladenesser, hat einen neuen Stein im Brett: die Schulung des internationalen Managements.

Vom Nutzen der Elefanten

Zwei Männer von der Ruhr hätten gewiß für 1975 Anspruch auf den Titel „Manager des Jahres“: Dieter Spethmann und Egon Overbeck.

Selbsthilfe

In den nächsten beiden Jahren dürfte der Bierkonsum in der Bundesrepublik mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr weiter wachsen.

BONNER KULISSE

„Mir stinkt es, nichts zu tun“, meinte Brigadegeneral a. D. Peter Bensien nach seiner Rückkehr aus Teheran, wo er zwei Jahre lang im Auftrag der bundeseigenen Industrieverwaltungsgesellschaft (IVG) den Persern als Militärberater diente.

Show-business

Es ist wie im Catcher-Zelt und ebenso sorgfältig inszeniert: Einzug der Gladiatoren, die spielerisch mit ihren Muskeln protzen, Vorkämpfe zum Anwärmen der Stimmung, ein Buhmann tritt auf, und dann folgt der Hauptkampf „um die Meisterschaft von.

Teurer Freund Valéry

Trotz aller gegenteiligen Voraussagen haben die Landwirtschaftsminister der Europäischen Gemeinschaft auch diesmal wieder das Kunststück fertiggebracht, sich über die Höhe der gemeinsamen Agrarpreise für das nächste Erntejahr zu einigen.

Verführer wieder gesucht

Böige Winde von links, deutlich gesteigerte Werbefühligkeit“, registrierte Vilim Vasata, Chefwerber der Düsseldorfer Agentur Team.

Angreifer ... und Verteidiger

„Über die Hälfte der Anzeigenwerbung in der Bundesrepublik ist – gemessen an den Richtlinien, die sich die Werbewirtschaft selbst gegeben hat (Internationale Werberichtlinien) – irreführend.

Seerechtskonferenz: Kampf um die Weltmeere

Der amerikanische Außenminister Henry Kissinger sprach von „einer der wohl umfassendsten und schwierigsten Verhandlung der Geschichte“ und meinte damit eine diplomatische Mammutveranstaltung, die zumindest in ihren Dimensionen einmalig ist.

Manager & Märkte

Zwei Politiker für Wolfsburg Vorbeben bei der Veba Der Kommissar als Verleger

Bausteine für ein Vermögen

Mit erfreulicher Offenheit hat die Bundesregierung das Scheitern ihrer „Bemühungen zur gesetzlichen überbetrieblichen Beteiligung breiterer Schichten am Zuwachs des Produktivvermögens“ im Jahreswirtschaftsbericht 1976 zugegeben.

Alkoholismus: Schnaps im Büro

Einmal habe ich drei Monate keinen Tropfen angerührt. Ich glaubte, über den Berg zu sein“, erinnert sich Peter Sutherland aus New York.

Mehr Umsatz mit weniger Betrieben

Nicht jeder Handwerksmeister wird noch der alten Spruchweisheit zustimmen, daß Handwerk goldenen Boden habe. Denn viele Betriebe mußten in den zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnten aufgeben.

So teuer wird’s nicht

Feldmann: Nein, nach den beim RDM zusammenlaufenden Marktinformationen gibt es keine Anhaltspunkte für eine solche Entwicklung.

Wandlungen

Der Gesetzentwurf, den die Abgeordneten fast einstimmig billigen werden, hat mit dem, den sie Anfang 1974 von der Bundesregierung zugestellt bekommen haben, nicht mehr allzuviel gemeinsam.

Petro-Dollar für Europa

Die Kommission der Europäischen Gemeinschaft in Brüssel hat Gespräche mit Saudi-Arabien über die Auflage einer EG-Anleihe wegen zu hoher arabischer Bedingungen abgebrochen.

Die Stunde der Gaukler

Während die ganze Welt unter den Folgen der Inflation leidet, präsentiert sich die DDR als eine Insel der Stabilität. Mieten und Verbraucherpreise sind seit langem unverändert geblieben.

Kassiert wurde draußen

Je konsequenter die international investierenden deutschen Fonds in den ersten beiden Monaten dieses Jahres in amerikanischen Aktien engagiert waren, desto mehr haben sie für ihre engagiert herausholen können.

Options-Geschäfte

Optionen in der herkömmlichen Form gelten als komplizierte, undurchsichtige Transaktionen. Ein Aktionär („Stillhalter“) verkauft dabei ein Anrecht auf eine bestimmte Anzahl seiner Aktien (am US-Markt jeweils 100 Stück).

Der Clou des Mister Sullivan

Sieben. Jahre lang kämpfte der Wirtschaftsjournalist Joseph Sullivan von der amerikanischen Finanzzeitung Wall Street Journal für einen Plan, den New Yorker Experten für illusionär hielten.

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