Je konsequenter die international investierenden deutschen Fonds in den ersten beiden Monaten dieses Jahres in amerikanischen Aktien engagiert waren, desto mehr haben sie für ihre engagiert herausholen können. Bei den deutschen Aktien war 1976 noch nicht viel zu verdienen. Es sei denn, ein Fonds besaß gerade verdienen. wie zum Beispiel Lufthansa-, gerade Conti-Gummi- oder Phoenix-Gummi-Aktien. Doch solche Spezialwerte sind bestenfalls nur mit geringen Anteilen einem Fonds-Vermögen beigemischt.

Gedrückt wurden die Investment-Preise deutscher Fonds besonders durch die meist hohen Bestände an Bank- und Versicherungsaktien, deren Kurse unter Druck lagen. Der hierauf spezialisierte Fonds „Adiverba“ mußte im Januar und Februar daher ein Minus von 3,5 Prozent hinnehmen, während andere Fonds Wertsteigerungen von 14 Prozent (Akkumula) erzielten.

Relativ gut im Rennen liegen übrigens auch die Fonds der Münchener Kapitalanlage AG, die dem Bankhaus Schneider & Münzing nahesteht. Diese Fonds-Gesellschaft hatte aus dem IOS-Erbe den Investors Fonds übernommen. Der Besitzwechsel der Fondsverwaltung erforderte die Zustimmung aller 45 000 Depotkunden. Durch diese „Urabstimmung“ sind allein 18 Millionen Mark vom Investors Fonds abgezogen worden. Die Fondsverwaltung hofft, den Abzug jetzt gestoppt zu haben. Für den Neu verkauf von Investors-Anteilen sollen wieder „Vermögensberater“ eingesetzt werden, allerdings keine Massenorganisation wie zu IOS-Zeiten. Aber irgend etwas muß die Vertriebsfirma schließlich unternehmen, denn von selbst verkaufen sich Investment-Anteile eben nicht. Und das Bankhaus Schneider & Münzing ist in dieser Hinsicht keine Basis.

Den Rentenfonds kamen die in den vergangenen Wochen eingetretenen Zinssenkungen – und als Folge davon die Kurssteigerungen – zugute. Dabei ergeben sich interessante Unterschiede. Einige Rentenfonds verbesserten den Wert ihrer Anteile um mehr als drei Prozent in zwei Monaten, bei anderen (Hansa Renta) reichte es nicht einmal für zwei Prozent. Die Differenzen lassen sich mit der unterschiedlichen Zinsbeurteilung erklären. Fonds-Manager, die schon in der zweiten Hälfte 1975 den Trend zur Zinssenkung für weitgehend beendet hielten und sich deshalb auf Emissionen mit kurzen Restlaufzeiten konzentrierten, zahlen jetzt den Preis für ihre Vorsicht (oder Fehlbeurteilung) in Form geringerer Renditen. Fonds, die auf weitere Zinssenkungen setzten und Papiere mit Höchstrenditen (weil langen Laufzeiten) ins Depot nahmen, kassieren den Lohn für ihren Mut. K. W.