Entgegen der ursprünglich geäußerten Absicht des niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht treibt Hannover mit dem VW-Aufsichtsrat nun doch wieder Politik. VW-Großaktionär Niedersachsen wird keinen Wirtschaftler auf einen der zwei dem Land zustehenden Aufsichtsratsplätze in Wolfsburg entsenden, sondern den neuen CDU-Finanzminister Walther Leisler Kiep; der frühere FDP-Wirtschaftsminister Erich Küpker behält sein Mandat, verläßt jedoch zugunsten Kieps das Präsidium des VW-Kontrollgremiums.

Beteuerungen, diese Lösung sei als vorübergehend zu begreifen, erscheinen wenig glaubhaft. Das Motiv für Albrechts Geste gegenüber Küpker kann doch nur sein, dem potentiellen Koalitionspartner FDP ein weiteres Mal Gunst zu bezeugen. Und wenn es klappt mit der FDP in Hannover, wird dann Küpker sein Mandat zum Dank wieder abgenommen?

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Nach der Schreckmeldung vom Dividendenausfall bei Klöckner kommt nun von Rhein und Ruhr wieder viel freundlichere Nachricht. „Mannesmann war im Geschäftsjahr 1975 erfolgreich“, berichtet Mannesmann-Chef Egon Overbeck in seiner Aktionärszeitschrift Rohr-Post. Und weiter: „Insgesamt sind wir für den Geschäftsverlauf im Jahre 1976 zuversichtlich.“ Die Aktionäre des größten deutschen Stahlrohrherstellers (Umsatz 1975: 13,1 Milliarden Mark) können damit für 1975 wieder auf 14 Prozent Dividende hoffen.

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Auch die Thyssen-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr „insgesamt ein befriedigendes Ergebnis erzielt“ (Geschäftsbericht). Deshalb kann der größte deutsche Stahlkonzern (Umsatz 1974/75: 21,4 Milliarden Mark) „nach ausreichender Rücklagenbildung“ wieder unverändert 14 Prozent an seine Aktionäre verteilen. Frühling auch hier: „Der Stahlverbrauch“, so schreibt der Vorstand, „zeigt im In- und Ausland leicht steigende Tendenz.“

Einen kostensparenden Raffineriepool streben die Ölkonzerne in Ingolstadt an. Ziel der laufenden Gespräche ist, so sagte Hellmuth Buddenberg, Chef der Deutschen BP, für die Produktion in Ingolstadt Quoten festzulegen und die einzelnen Produkte untereinander auszutauschen Vorteil angesichts drückender Raffinerie-Überkapazitäten: Ganze Anlagen können stillgelegt, die anderen besser ausgelastet werden.