Warum immer mehr Unternehmen ihr Geld im Panzerwagen transportieren lassen

Von Frank Otte

Donnerstags und freitags nach Ladenschluß, etwa zwischen 18 und 20 Uhr, läuft ihr Geschäft am besten. Geldräuber

  • überfielen in Köln den Filialleiter eines Supermarktes, als er zwei Geldbehälter mit insgesamt 35 000 Mark in den Nachttresor der Bank werfen wollte;
  • stoppten in Frankfurt auf einer schweren Honda vor einer Ampel neben dem Opel eines Bankboten, rissen die Hintertür auf, schnappten sich blitzschnell eine Geldtasche mit 50 000 Mark und waren wenige Sekunden später im Verkehrsgewühl verschwunden;
  • entrissen in Hannover einem Boten der städtischen Verkehrsbetriebe auf dem Weg zur Norddeutschen Landesbank eine Aktentasche mit Bargeld und Schecks im Wert von über 60 000 Mark.

Die Sorglosigkeit vieler Firmen im Umgang mit Bargeld macht der Polizei immer mehr zu schaffen. Kommissar Dietmar Zorn aus Hannover bezeichnete es als „unmöglich“, daß Firmeninhaber abends nach Ladenschluß noch Lehrmädchen oder Rentner mit prall gefüllten Geldbehältern losschicken und sie einem ungewissen Schicksal überlassen.

Bankboten leben gefährlich

Das Landeskriminalpolizeiamt in Niedersachsen registrierte eine „erschreckende Zunahme von Überfällen“ auf Kassenboten. Da sich die Gangster immer seltener an Geldinstitute herantrauen, die durch schußfeste Kassenschalter und Alarmanlagen geschützt sind, sind – so Kommissar Zorn – „die Profis umgestiegen auf die Boten von Supermärkten und Selbstbedienungsläden“.