In den nächsten beiden Jahren dürfte der Bierkonsum in der Bundesrepublik mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr weiter wachsen. Da sich der Bierpreis kaum heraufsetzen läßt, schlagen die Kostensteigerungen voll auf die Erträge durch, falls nicht rationalisiert, also Personal eingespart wird. Das ist nur möglich, wenn der durchschnittliche Ausstoß je Braustätte erhöht wird. In der Bundesrepublik beträgt er 56 700 Hektoliter, in den Ländern der Europäischen Gemeinschaft und der kleinen Freihandelszone 223 000 Hektoliter. Das zeigt, welchen Weg die Brauereien bei uns noch vor sich haben.

Es müssen Kapazitäten still gelegt werden. Darüber ist man sich auch in der Brauwirtschaft einig. Meinungsverschiedenheiten bestehen aber über das „Wie“. Daß in diesem Zusammenhang der Ruf nach staatlichen Stillegungsprämien laut geworden ist, darf niemanden wundern. Was den Müllern recht war, soll den Brauern billig sein.

Ist das wirklich so? Karlheinz Collée, Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei in Hamburg, der größten norddeutschen Brauerei mit einem Jahresausstoß von mehr als zwei Millionen Hektolitern, meint nein. Es könne nicht Aufgabe der Gemeinschaft sein, eine verfehlte Geschäftspolitik durch Subventionen zu honorieren, erklärte er seinen Aktionären. Solche Sätze hört man selten. Die Holsten-Brauerei hat bereits zwei Braustätten auf eigene Kosten stillgelegt. K. W.