Von Rosemarie Fiedler-Winter

Das Land der Uhren und der Touristik, das Paradies für Skifans und Schokoladenesser, hat einen neuen Stein im Brett: die Schulung des internationalen Managements. Erst kürzlich wurde darauf in den Vorstandsetagen wieder aufmerksam gemacht, als das „Europäische Management-Forum“ zum sechsten Male Manager aus allen Industrienationen (und neuerdings auch den Entwicklungsländern) zur „Börse neuer Denkansätze“ ins Ski-Dorado Davos geladen hatte.

Aus 54 Staaten kamen die Teilnehmer angereist und trafen dort Repräsentanten führender Schweizer Management-Institute, wie zum Beispiel Bohdan Hawryliszyn, den Leiter des Centre d’Etudes Industrielles (CEI) in Genf, und Luigi Dusmett de Smours, den Chef des Management Development-Institutes (IMEDE) in Lausanne-Ouchy. Beide Einrichtungen haben für die Entwicklung der Schweiz zu einem Land des Management-Trainings besondere Bedeutung.

Das CEI war das erste der großen Institute dieser Art, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Europa gegründet wurde, ursprünglich war es ein Weiterbildungszentrum der Aluminiumindustrie. Das IMEDE wurde vor einigen Jahren zur europäischen Filiale und Vertretung der angesehenen Harvard Business School in Boston, Massachusetts, erklärt.

Das CEI ist bereits vor zwanzig Jahren als gemeinnützige Institution und Lehrstätte offiziell von der Universität Genf anerkannt worden. Zu seinem Beirat gehören Thyssen-Chef Dieter Spethmann ebenso wie Pehr Gustav Gyllenhammar, Chef des schwedischen Volvo-Konzerns. Die Statistik zählte bisher 4500 Teilnehmer aus 94 Ländern; heute werden etwa 14 Programme angeboten. Die Unterrichtssprachen sind Englisch und Französisch. Die Programme behandeln alle Gebiete der Unternehmensführung – zum Beispiel Marketing, Finanzen, Unternehmensplanung –, und dauern von einer Woche bis zu drei Monaten.

Neu im Programm 1976 sind ein zweiwöchiges Umwelt-Seminar sowie eines über Gesellschaftspolitik, das im November dieses Jahres stattfinden wird. Der Schwerpunkt liegt auf der breiten Einbeziehung internationaler Erfahrungen.

Das IMEDE wiederum bietet einen neunzehnwöchigen Hauptkursus, der Hochschulstudium oder eine vergleichbare Vorbildung und praktische Führungserfahrung voraussetzt, und einen Elfmonatskursus für angehende Führungskräfte, ebenfalls mit Hochschulabschluß und zwei Jahren Berufspraxis – ein Langfristprogramm, das das Institut international bekannt gemacht hat. Heute gehören dazu auch zahlreiche Spezialseminare von einer bis zu drei Wochen Dauer.