Der Kurssturz des britischen Pfund Sterling hat Unruhe in die europäischen Devisenbörsen gebracht.

Das Zentrum des mittleren Währungsbebens, das Anfang der Woche die Devisenmärkte erschütterte, lag diesmal eindeutig in Großbritannien. Das Ölland Nigeria, das seine Reserven in Pfund-Sterling anzulegen pflegte, hat Gelder aus der City von London abgezogen.

Aber das Pfund wurde nicht nur vom Keulenschlag aus Nigeria getroffen. Die heimischen Währungspolitiker hatten den Leitzins (die dem Diskont etwa entsprechende Minimum Lending Rate) durch eine Geldinjektion gesenkt, damit die Geldbeschaffungskosten der Unternehmer niedriger werden und die Lust zum Investieren zunimmt.

Im Ausland wurde die Maßnahme aber als Rückkehr zur Inflationspolitik mißverstanden. Die Flucht aus dem Pfund setzte auch auf dem europäischen Kontinent ein.

Das Mißtrauen fraß um sich. Im französischen Franc und in der italienischen Lira fand es billige Nahrung. Die von den innenpolitischen Wirren geschwächte Lira spiegelte die dürftige wirtschaftliche Leistung des Landes wider und wurde von den Kursstößen aus London kräftig mitgeschüttelt.

Auch der Franc, seit Wochen schon nicht mehr der Stärkste, erhielt durch den Linksrutsch bei den Kommunalwahlen einen neuen Dämpfer und war gegen das von London ausgehende Mißtrauen alles andere als immun. Auch die dänische Krone wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Auf festen Beinen, standen in diesen Tagen nur die Mark, der Schweizer Franken, der holländische Gulden – und der Dollar. Die Bundesrepublik, die Schweiz und Holland sind Länder mit vergleichsweise niedrigen Inflationsraten und relativ stabilen sozialen Verhältnissen. Beides wird durch Wechselkurse mit leichtem Aufwärtstrend widergespiegelt.