Britische Kirchen agieren gegen die Regierung von Südafrika. Als Hebel benutzen sie ihren Aktienbesitz bei britischen Banken.

Eine Gruppe kirchlicher Aktionäre der Midland Bank – von der methodistischen Kirche bis zum Karmeliterkloster in Quidenham – verlangt von der Großbank, der südafrikanischen Regierung oder anderen staatlichen Körperschaften keine Kredite mehr zu geben. Bei dieser gegen die Apartheidspolitik gerichteten Aktion werden sie von einigen weltlichen Aktionären, beispielsweise der Verwaltung des Londoner Stadtteils Camden, unterstützt. Für die Hauptversammlung der Bank hat die Gruppe eine entsprechende Resolution eingereicht.

Die Initiatoren der Kampagne argumentieren, das Apartheid-Regime gehöre wegen seines rassistischen Charakters in eine besondere Kategorie; deshalb sei ein moralischer Protest der Aktionäre erforderlich.

Dieser Haltung haben sich auch die Vermögensverwalter der Church of England, der englischen Staatskirche, angeschlossen. Sie wollen mit ihrem Aktienbesitz die Resolution unterstützen, wenn die Bank keine „befriedigende Antwort“ gibt.

Einer der Church Comnissioners, der Bischof von ehester – früher selbst Angestellter der Midland Bank –, verdammt allerdings das Vorgehen seiner Kollegen als einen Akt „selektiver Frömmigkeit“.

„Essen Sie immer noch Früchte und Gemüse aus Südafrika? Entledigen Sie sich Ihres persönlichen Gold- und Diamantenschmucks? Untersuchen Sie den Wollgehalt Ihrer Anzüge?“ wollte der erboste Bischof in einem Leserbrief an die „Times“ wissen. Den Kritikern empfahl er eine „einfache Antwort: Verkauft eure Aktien.“

Lord Armstrong, der Vorsitzende der Midland Bank, fordert die Ablehnung der Resolution: „Wenn wir uns in unseren Geschäften dieser Art – ob freundlich oder unfreundlich gegenüber einer bestimmten Regierung – beeinflussen ließen, dann würde unser internationales Geschäft rasch unmöglich.“ Die Bank müsse „normalen Bankgrundsätzen“ folgen und „strikte politische Neutralität“ üben. wk