Jetzt ist das neue Coupé da. Die Bayern, die mit dem höchsten Auftragsbestand und den längsten Lieferfristen in ihrer Geschichte glänzend dastehen, dürfen sich auch in der höchsten Klasse auf Wartelisten gefaßt machen. Die neuen Modelle 630 CS und 633 CSi werden zweifellos an den Erfolg des bisherigen Coupés anschließen: Es wurde ab 1967 (zunächst als 2000 C/CS, dann als 2800 CS, 3.0 CS, 3.0 CSi und 2.5 CS) in fast 45 000 Exemplaren gebaut.

Die neue Version baut auf der Bodengruppe der 5er Reihe auf. Auf sie wurde eine in ihren Linien außerordentlich wohlproportionierte Coupe-Karosserie gesetzt, die erfreulicherweise auf alles Imponiergehabe verzichtet, sich nahezu ohne Chrom, dezent und funktionell präsentiert. Sie bietet vorn üppigen Platz und auch hinten – im Gegensatz zu mancher Konkurrenz – angemessener Platz für Erwachsene (und dazu einen sehr großen Kofferraum). Innen zog man das Armaturenbrett wie bei den 3er Typen um den Fahrer herum, alles läßt sich sehr gut erreichen. Die Sitze lassen sich auch in der Neigung verstellen, das Lenkrad kann vor- und zurückgeschoben werden. Vorn und hinten gibt es Kopfstützen, vorn dazu automatische Gurte.

Für die Technik bildeten die Sechszylinder-Motoren den Ausgangspunkt – sie gehören noch immer zu den fortschrittlichsten überhaupt. Der Dreiliter leistet mit einem neuen Solex-Vergaser 185 PS, der 3,3 Liter mit Einspritzung (Bosch L-Jetronic) 200 PS. Beide sind gleichermaßen elastisch, leise, drehfreudig – und muskulös: Die rund 1500 kg schweren Wagen erreichen nach knapp 8 (9) Sekunden Tempo 100 und als Spitze mehr als 200 km/st. Der Einspritzer verfügt weiter über eine Transistorzündung ohne Unterbrecherkontakte (und ohne deren Abnutzung).

In der Federung ist der CS deutlich der komfortablere; er rollt auch auf Kopfsteinpflaster in französischer Manier angenehm. Interessant ist die serienmäßige Servolenkung mit sogenannter fallender Kennlinie: Je höher das Tempo, desto geringer ist die Servo-Unterstützung, desto direkter ist der Straßenkontakt. Bei langsamem Fahren läßt sich der Wagen mit einem Finger dirigieren. Citroën hat diese fortschrittliche Lenkung schon seit längerem im SM. Von den Franzosen haben die Münchner offenbar auch die „Check-Control“ abgeguckt. Auf Tastendruck leuchten insgesamt sieben Kontrolleuchten grün auf und zeigen so, daß alles in Ordnung ist: die Pegel von Motoröl, Bremsflüssigkeit, Kühl- und Scheibenwaschwasser, die Brems- und die Rücklichter, die Bremsbeläge. Diese Einrichtung ist ein hübsches Spielzeug mit Hintergrund: Wird es dem Fahrer so leicht gemacht, seinen Wagen zu kontrollieren, so tut er es viel eher, als wenn erst die Haube geöffnet werden muß.

Produziert werden fürs erste zehn Exemplare am Tag. Sie werden für 40 600 Mark (CS) und 43 100 Mark (CSi) verkauft; Getriebeautomatik kostet jeweils 1580 Mark mehr.

Stefan Woltereck