Von Petra Kipphoff

Man wählt ein Bild, irgendein Bild, irgendein schönes Bild aus dieser Ausstellung der schönen Bilder, aus diesem Themenkreis: zum Beispiel Franz von Stucks "Unschuld" (auf dem Titelblatt des ZEITmagazins ist es abgebildet). Man kann es beschreiben, das kindhafte, großäugige Mädchen mit dem Lilienstengel in Händen. Aber noch rascher als eigene Worte fallen einem die Verse ein, mit denen ein anderer dieses Wesen beschrieben hat:

Der Spiegel dieser treuen, braunen Augen

Ist wie von innrem Gold ein Widerschein;

Tief aus dem Busen scheint ers anzusaugen,

Dort mag solch Gold in heiigem Gram gedeihn.

In diese Nacht des Blickes mich zu tauchen,