Albert Osswald, hessischer Ministerpräsident, zeigte sich dickfällig in Sachen Hessische Landesbank (siehe ZEIT Nr. 12). Als stellvertretender Vorsitzender der Gewährträgerversammlung der Hessenbank hatte er an einer Sitzung teilgenommen, auf der dieses oberste Gremium der Bank über die Mitverantwortung des Verwaltungsrats an verlustreichen Geschäften der Vergangenheit beraten hat, dessen Vorsitzender Albert Osswald war. Der Informationsdienst Platow-Brief verkündete daher bereits seinen Rücktritt: „Der Ministerpräsident wird augenscheinlich unter massivem Druck sein Mandat in der Gewährträgerversammlung niederlegen.“ Doch der Ministerpräsident ließ dementieren: Er denke nicht daran, den durchsichtigen politischen Forderungen in dieser Angelegenheit jetzt nachzugeben. Das Dementi muß die Süddeutsche Zeitung nicht mehr erreicht haben. Sie berichtete noch am 13. März: „Osswald gibt sein Helaba-Mandat auf.“ Am 24. und 25. März steht auf der Tagesordnung des hessischen Landtags nun eine Anfrage der CDU zu dieser Angelegenheit. Osswald muß dann Rede und Antwort stehen.

Der Zentralausschuß der Werbewirtschaft (ZAW) begrüßt einen neuen Mitstreiter. Nachdem sich kürzlich die Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher (AGV) zur Zusammenarbeit bereit erklärt hat, fand sich nun auch die Berliner Stiftung Warentest ein. Beide Verbraucherorganisationen werden im ZAW-Koordinierungsausschuß Werbewirtschaft/Verbraucherschaft aktiv, der die Werbung auf ihre Zulässigkeit überprüft. Mit der Stiftung Warentest bekommt der Bonner Werbeverband einen ernstzunehmenden Gesprächspartner, der nicht nur durch seine von neutralen Instituten erstellten Testergebnisse hohes Ansehen genießt. Mit der Zeitschrift test (Auflage über 550 000 Exemplare im Monat) haben die Tester auch eine beachtliche Publizität. Während sich die AGV überwiegend emotionell-ideologisch mit Werbung befaßt, will Stiftungs-Chef Roland Huttenrauch künftig auch per Test „den Werbebehauptungen stärkere Bedeutung schenken“.

„Das Anlagengeschäft“, sagt Finanzchef Kurt Spiller, „hat uns Freude gemacht.“ Doch in den meisten anderen Geschäftszweigen ging es 1975 beim Maschinenbaukonzern Demag ziemlich triste zu: Der Umsatz stieg zwar um rund neun Prozent auf 2,1 Milliarden Mark. Aber der Jahresüberschuß sackte „unter die Häfte“ (Spiller) der 26 Millionen Mark des Jahres 1974. Vor allem das Geschäft mit Serienmaschinen, besonders Kunststoffmaschinen, geriet tief in die Flaute.

Inzwischen scheint die Demag, die schon 1974 an ihre Mutter Mannesmann nur einer kärglichen Gewinn von vier Millionen Mark abgeführt hatte, das Gröbste überwunden zu haben. Das Seriengeschäft im Ausland läuft wieder besser. Im Inland registrierte das Unternehmen in den letzten drei Monaten „eine gewisse leicht ansteigende Tendenz“. Demag-Manager Spiller: „Jetzt geht es langsam wieder aufwärts.“

Fritz Haberl, agiler Chef der größten, VW-Handelsfiliale in der Bundesrepublik, der Mahag in München, sorgte für Wirbel: In seiner Eigenschaft als Präsident des Zentralverbandes des Kraftfahrzeughandwerks plauderte er bei einer Pressekonferenz auf der Handwerksmesse aus, daß zwei große deutsche Autohersteller auf den Spuren der Kölner Ford-Werke am Montag nächster Woche ihre Preise um jeweils etwa fünf Prozent erhöhen wollen. Er verriet auch, daß es sich dabei um Opel und das Volkswagenwerk handelt.

Haberl, der sich damit Schlagzeilen sicherte, lieferte auch gleich die Begründung dafür: Einerseits liefen den Autoherstellern die Kosten davon, andererseits wollten sie das boomartige Frühjahrsgeschäft mit ihren Preiserhöhungen „mitnehmen“.

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