Der Hirnschaden, den Kinder erleiden, wenn sie bis zu ihrem zweiten Lebensjahr unzureichend ernährt werden, kann in beträchtlichem Ausmaß behoben werden, wenn die Kinder nachher in eine Umgebung kommen, die ihnen geistige Anregungen bietet. Das Gehirn ist eben eine Struktur, die zu erstaunlichen Ausgleichsmaßnahmen fähig ist. Zu dieser Aussage kommen englische und amerikanische Ärzte und Psychologen, die die Entwicklung koreanischer Kinder studiert haben, die von amerikanischen und europäischen Familien adoptiert wurden. Wenn ein Elternpaar ein fernöstliches elternloses Kind adoptiert, so folgern die Gelehrten, ist damit eo ipso eine gewisse Gewähr dafür gegeben, daß das Kind in eine anregende Umgebung kommt. Nach einigen Jahren haben die Kinder, wie die Untersuchungen ergaben, den Standard ihrer Altersgenossen erreicht, hinter dem sie anfangs beträchtlich zurückstanden.

*

Zum ersten Male scheint es gelungen, den Embryo eines Affen auf eine andere Mutter zu übertragen und sich dort entwickeln zu lassen. Der kleine Pavian, der zwei Mütter hat, eine, die ihn empfing, und eine zweite, die ihn austrug, wurde nach normaler Tragzeit von 174 Tagen im Institut für Versuchtstierkunde in San Antonio in Texas durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Der Leiter des Versuches ist der amerikanische Veterinär Duane C. Kraemer, der als erster die befruchteten Eier genetisch hochwertiger Rinder auf andere Kühe übertrug, um größere Zahlen wertvolleren Viehs zur Verfügung zu haben. Daß die Übertragung jetzt auch bei Primaten gelungen ist, gibt Hoffnungen für die medizinische Forschung. Man kann dann nämlich von Affen, die an erblichen Krankheiten leiden, größere Mengen Nachkommen züchten und an ihnen die Medikamente prüfen, die zur Bekämpfung entsprechender Leiden beim Menschen entwickelt werden.

*

Milch muß, um haltbar zu werden, nach der Pasteurisierung eingefroren werden. Das beeinträchtigt aber, ebenso wie die Sterilisierung, den Geschmack, haltbar gemachte Milch schmeckt eben immer wie „gekocht“. An der Staatsuniversität des amerikanischen Bundesstaates Carolina ist jetzt ein Enzym entdeckt worden, das den charakteristischen Geschmack von frischer Milch bewirkt, aber beim Erhitzen zerstört wird. Es heißt Sulfhydriloxidase. Wenn man pasteurisierte Milch mit diesem Ferment versetzt, nimmt sie wieder den frischen Geschmack an. Die Forscher meinen, es werde in absehbarer Zeit möglich sein, dieses Enzym zu extrahieren und der Milch nach den Vorgängen zur Keimfreimachung wieder zuzufügen.