Vorläufig treffen noch immer nur 1500 Umsiedler aus Polen ein – Planziel: 2500

Von Rudolf Walter Leonhardt

Friedland, im März

Nun werden sie also wieder alle 125 000 über jenes Grenzdurchgangslager kommen, das so heißt, als ob der Name eigens dafür erfunden worden wäre: Friedland. Der Name stammt aus dem 13. Jahrhundert.

Mehr als zweieinhalb Millionen Menschen haben dieses Lager inzwischen kennengelernt: am Anfang vor allem Flüchtlinge und Evakuierte (1 217 551 – nach dem Stand vom 30. Juni 1975), dann die aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Soldaten (589 062), dazwischen alleinstehende männliche Jugendliche aus der DDR (22436), zeitweise aufgenommene Ausländer (Asylsuchende, einmal vor allem aus Ungarn, ein andermal vor allem aus Chile – 11 678 insgesamt), und heute wird die Szene beherrscht von „Aus“siedlern oder „Über“siedlern oder „Um“siedlern: Deutsche aus allen Ländern der Erde, die zurück wollen nach Deutschland.

Tausende kamen im Laufe der Jahre aus der Tschechoslowakei (8072), aus Ungarn (5011), aus Rumänien (5473), aus Jugoslawien (11 806), aus Brasilien (1622), aus Paraguay (1442), aber auch aus Österreich (1171) und aus Frankreich (4549). Auch 914 nach Israel ausgewanderte deutsche Juden kamen auf diesem Wege wieder zurück.

Für täglich 1500 eingerichtet