Was ein passionierter Welterkunder bislang vom organisierten Reisen wußte, was möglicherweise seine Abneigung vor Gruppenreisen nährte, kann er, beides, vergessen. Ein kleiner Münchner Veranstalter hebt den Erlebnisspielraum zwischen individuell und kollektiv bestandenem Abenteuer nicht nur auf – er macht den Reiz des Unbekannten und Unberechenbaren durch Gemeinsamkeit überhaupt erst möglich, so wie sich einer bei leidlichem Verstand ja auch nicht zur Saharadurchquerung auf eigene Faust hinreißen läßt.

Das Reiseunternehmen Hauser Exkursionen International (München 2, Neuhauser Straße 1) kreiert ausgefallene Reisen als Gegenmodell gängiger Ferntouristik. Firmenchef Hauser begreift Reiselust und Fernweh im Sinne der klassischen Abenteuerreisenden und Entdecker. Dieser Reisestil wird mit dem verwendeten Schlagwort „Abseits des Massentourismus“ nur andeutungsweise umschrieben, richtiger vielleicht: Aufbruch zum direkten Erleben des Unbekannten.

Günter Hauser bietet 40 Reiseziele in 22 Ländern als Bildungsprogramme für Wanderer und Bergsteiger, auch Sportabenteuer für kulturell interessierte Reiter, Hochseesegler, Kajak- und Schlauchbootfahrer. In den Programmen gibt es, so Hauser, „überhaupt nix Normales“.

In der Tat: Ungewöhnlich ist schon die Werbung. Der Reiseveranstalter warnt zunächst vor den eigenen Unternehmungen: „... es geht bei uns nicht ganz ohne Anstrengung und Komfortverzicht!“ Viele Reisen führen in Gebiete, in denen das Zelt die einzige Unterkunft ist.

Ungewöhnlich sind die Routenbeschreibungen, ungewöhnlich nüchtern und ausführlich. Auf jeweils etwa sieben oder acht engbeschriebenen Schreibmaschinenblättern werden die Teilnehmer sehr genau informiert und instruiert. Die Anforderungen sind dargestellt, die Tagesetappen, Klimaverhältnisse, Gesundheitsbestimmungen, Visa und Ausrüstung.

Ungewöhnlich sind schließlich die Angebote mit Nepal als Schwerpunkt. Günter Hauser ist mit dem geheimnisvollen Land, das er in Bayern auch als Konsul vertritt, schicksalhaft verbunden. 1954 lernte er die höchsten Berge der Welt als „Benjamin der Deutschen Himalaya-Expedition“ kennen.

Die Exkursionen kombinieren kulturelle Studien mit jeweils abgestuften körperlichen Anstrengungen. (Es gibt Routenvarianten für minder leistungsfähige Teilnehmer, auch Seniorenprogramme.) Hauser: „Natürlich sehen wir in Nepal die Königsstädte, aber auch den unbekannten Tempel Changu Narayan mit den ältesten Darstellungen Vishnus – archäologisch einer der interessantesten Plätze Nepals. Auf der Fußwanderung zu dem Hügel muß man einen kleinen Fluß durchwaten.“