An der Lohnfront herrscht Verwirrung. In Stuttgart wurde für die Metallindustrie von Nordwürttemberg-Nordbaden ein Kompromiß gefunden: 5,4 Prozent Lohnerhöhung; doch in anderen Bezirken scheiterten die Verhandlungen. In Stuttgart scheiterten auch die Lohnverhandlungen für den öffentlichen Dienst, Scheitern auch bei der Bauindustrie. Dabei besteht, nimmt man alles in allem, Klarheit über das Volumen der Lohnerhöhungen – um fünf Prozent herum. Umstritten ist das Wie.

Für Konfliktstoff sorgte ÖTV-Chef Kluncker mit seiner 135-Mark-für-alle-Forderung im öffentlichen Dienst, an der er stur festhält. In seiner eigenen Organisation hielt er sich allerdings nicht daran; da gab’s fünf Prozent plus 40 Mark. Für den Vorsitzenden also mehr Zuschlag als für seine Sekretärin, obwohl „das Brot für alle gleich teurer wurde“ (Kluncker). Man sei dem Vorbild des DGB gefolgt, heißt es – was in anderen Fragen allerdings durchaus nicht der Fall ist.

Und was versprechen sich die Arbeitgeber der Metallindustrie von ihrer starren Haltung? In Stuttgart hat die IG Metall knapp unter der gegenwärtigen Inflationsrate abgeschlossen. Mehr kann man kaum erwarten. Die Feinheiten und optischen Retuschen der Tarifgestaltung, um die jetzt gestritten wird, lohnen keinen ernsten Konflikt. Er hinterläßt nur unnötige Narben. hm