• Sie haben bei Ihrem Besuch in China eine engere Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung und Technologie vereinbart, Woran sind die Chinesen konkret interessiert?

Matthöfer: Das sieht man am besten an den Gebieten, auf denen schon bisher ein Austausch von Delegationen vereinbart wurde. Da ist einmal die Grundlagenforschung, die auf unserer Seite vor allem durch die Max-Planck-Gesellschaft wahrgenommen wird. Ein weiterer Sektor ist die Gesundheitsforschung, bei der wir schon sehr weit gekommen sind. Auch hier ist der Austausch von Delegationen vereinbart worden. Die Chinesen sind auf dem Gebiet der Mikrochirurgie sehr weit und für uns interessante Partner. Bei meinem Besuch haben wir nur den Austausch von Delegationen auf drei sehr wichtigen Sektoren vereinbart: Da ist einmal die Kohleforschung und Kohletechnologie, dann die Hüttentechnologie und schließlich der gesamte Bereich Erdöl-, Erdgas- und Off-Shore-Technologie.

  • Im Rahmen der Zusammenarbeit auf dem Kohlesektor tauchten in der Bundesrepublik Spekulationen auf, die Chinesen wollten uns jährlich zehn Millionen Tonnen. Steinkohle liefern. Ist das realistisch, und haben Sie auch darüber verhandelt?

Matthöfer: Die Chinesen haben eine Gesamtproduktion von über 400 Millionen Tonnen, Ganz genau weiß man das nicht, weil sie solche zusammenfassenden volkswirtschaftlichen Zahlen nicht veröffentlichen. China hat einen sehr großen Eigenbedarf, der auch steigt. Die Chinesen werden wohl über kleinere Lieferungen an Nachbarländer hinaus nicht sehr viel Kohle liefern.

  • Wäre das angesichts unserer eigenen Vorkommen überhaupt interessant? Matthöfer: Nein.
  • Es ist von einer Kooperation auf dem Gebiet der Nachrichtensatelliten die Rede gewesen. Gibt es dort Fortschritte?

Matthöfer: Wie in anderen Fällen auch habe ich der Volksrepublik China angeboten, sie sollte einmal mit Hilfe einer von uns zur Verfügung gestellten Bodenfunkstation ausprobieren, wie leistungsfähig der deutsch-französische Nachrichtensatellit „Symphonie“ ist.

  • Besteht ein konkretes Interesse bei den Chinesen?