Durch Beschluß des Landgerichts Hamburg vom 18. März 1976 ist der ZEIT per einstweiliger Verfügung ohne mündliche Verhandlung auferlegt worden, die obige Gegendarstellung abzudrucken. Das Hamburgische Pressegesetz verpflichtet uns zum Abdruck unabhängig vom Wahrheitsgehalt der in der Gegendarstellung behaupteten Tatsachen. Wir haben gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt. Nach den Recherchen der ZEIT steht folgender Sachverhalt fest:

Zu 1. Unsere Darstellung entspricht den Tatsachen.

Zu 2. Der von der Bild-Zeitung in ihrem Beitrag vom 1. 3. 1976 erwähnte „Brenner Heinz“ hat sich vor etwa dreieinhalb Jahren in der Anstalt VIII eine primitive Destillationsanlage gebaut und den darin gebrannten Schnaps an Insassen der Anstalt VIII verkauft. In der Anstalt II wird kein neunzigprozentiger Schnaps gebrannt; es wird lediglich Schnaps aus Hefe und Obst angesetzt; dieses Gebräu hat einen Alkoholgehalt von etwa 15 Prozent.

Über den Fall Leitholt hat Bild schon am 14.2.1976 berichtet. Dort hieß es: „Elfmal hatten Gefängnisbeamte den Verbrecher aus seiner Zelle in Santa Fu ... geführt.“ Leitholt befand und befindet sich aber in der Anstalt VIII und nicht in Santa Fu, eine Bezeichnung, die nach Hamburger Sprachgebrauch – insbesondere bei der Presse – nur für die Anstalt II verwandt wird.

Zu 3. Die Gefangenen werden nach dem Besuch durch ihre Angehörigen auf verbotene Gegenstände und Geld kontrolliert; sie werden abgetastet und müssen ihre Hosentaschen entleeren. Bei diesen Kontrollen werden häufig kleinere Geldbeträge gefunden.

In Bild heißt es: „Ist noch nicht lange her, da haben die hier unter vierhundert Strafgefangenen mal ’ne interne Untersuchung gemacht, wieviel Bargeld denn so im Bau ist. Sie sind auf eine Summe von rund 230 000 Mark gekommen.“ Zur Begründung wird angeführt, in Santa Fu gäbe es Händlerringe, „die verkaufen Tabak, Zigaretten, Kaffee und Wellensittiche“.

Die Telephonierpraxis, wie sie von Bild dargestellt wird, ist ausgeschlossen: Die Telephonanschlüsse auf den Stationen, die theoretisch von den Gefangenen benutzt werden könnten, sind nur Hausanschlüsse und daher für Gespräche nach draußen nicht verwendbar. Für die nicht genehmigte Benutzung eines Anschlusses in einem Dienstzimmer müßte der Gefangene folgende Schwierigkeiten überwinden: Gewaltsam oder mit Hilfe eines Nachschlüssels den Dienstraum öffnen, gewaltsam das Schloß am Telephonapparat entfernen und für die Vermittlung in der Anstalt die Stimme so verstellen, daß diese meint, mit dem Abteilungsleiter zu sprechen.