Der Syphillis-Erreger ist jetzt zum erstenmal erfolgreich im Reagenzglas gezüchtet worden. Und die Arbeitsgruppe am Florida Institute of Technology, der dies gelungen ist, hat auch schon einen Impfstoff entwickelt, der allerdings noch erprobt werden muß. Immerhin hat sich diese Vakzine bei Kaninchen als Schutz vor Ansteckung erwiesen. Dr. Ronald H. Jones, der Leiter der Arbeitsgruppe, erklärt den Erfolg seines Teams damit, daß die seit mehr als siebzig Jahren versuchte Züchtung des pathogenen Syphillis-Bakteriums Treponema pallium deshalb fehlschlagen mußten, weil bislang eine Eigenschaft des Erregers unbeachtet geblieben war: Das Bakterium ist in der Form, in der es die Krankheit hervorruft und sich zu vermehren vermag, in eine dünne Schleimschicht eingehüllt. Dem Team gelang es, dem T.pallium diese Umhüllung für die Züchtung zu erhalten. Einer Syphillis-Impfung könnte nach Ansicht von Epidemiologen ein so durchschlagender Erfolg beschieden sein wie der Polio-Schluckimpfung. Vorerst freilich muß die Vakzine einige Jahre lang an verschiedenen Tieren, insbesondere an Schimpansen, auf ihre Sicherheit hin getestet werden.

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Unregelmäßig und rasch aufeinanderfolgende kurze Röntgenwellen-Signale, die möglicherweise von einem Neutronenstern im Sternbild des Skorpions herrühren, haben Astronomen des Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (US-Staat Massachusetts) entdeckt. Die Forscher halten, wie Professor Walter Lewin bei einem universitätsinternen Kolloquium erklärte, diese Entdeckung für die spektakulärste in der Reihe merkwürdiger Befunde bei der Beobachtung von kosmischen Röntgenquellen, die seit einigen Jahren weltweit betrieben wird. Die Röntgenstrahlenausbrüche entstammen einer Quelle, die vor einem Monat überhaupt keine Strahlung abgab. Sie haben einen zeitlichen Abstand voneinander, der direkt proportional ihrer jeweiligen Intensität ist. Kleine Ausbrüche, die nur wenige Sekunden dauern, wiederholen sich nach etwa 15 Sekunden, während große Röntgenschauer von 50 Sekunden Dauer Abstände zwischen fünf und zehn Minuten aufweisen. Die MIT-Wissenschaftler haben für dieses Phänomen, das in keine der bislang entwickelten Theorien für die Entstehung von kosmischen Röntgenstrahlen paßt, allenfalls eine Spekulation bereit: Sie könnten von Instabilitäten in ionisierten Gasen hervorgerufen sein, die einen Neutronenstern, also einen „ausgebrannten“ Stern umgeben.

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Daß das Aroma einer Zigarette nicht vom Nikotingehalt abhängt, ist eine Behauptung, die starke Raucher nur zu einem Lächeln veranlassen könnte, denn die bisherigen „entschärften“ Glimmstengel haben ein neutrales Aroma, das viele immer noch zu den starken Sorten treibt, jetzt versuchen amerikanische Zigarettenhersteller, dem Manko mit Geschmackskorrigentien zu begegnen. Durch gaschromatographische Untersuchungen sind die 20 bis 30 Haupt-Aromastoffe des Tabaks ermittelt worden; man wird jetzt versuchen, sie den milden Tabaken wieder zuzufügen.