Die Mehrheitsbeteiligung an drei Pariser Luxushotels – Prince des Calles, Meurice und Grand Hotel – soll an eine arabische Finanzgruppe verkauft werden.

Italiens inzwischen verkrachtes Finanzgenie Michele Sindona hatte als Großaktionär der Compagnia Italiana dei Grandi Alberghi (CIGA) 1972 nacheinander die drei Pariser Hotelgesellschaften aufgekauft. Zusammen mit den zur Gruppe gehörenden Cavallere Hilton in Rom, dem Excelsior am Lido und dem Danieli hinter dem Markusplatz von Venedig sowie dem Watergate in Washington sollten die über tausend Pariser Hotelbetten vor allem US-Dollars sammeln helfen.

Nach der Ölkrise blieben die reichen Amerikaner jedoch aus. Michele Sindona verlor außerdem Milliarden an Gold- und Devisenspekulationen. Heute kontrollieren neun römische Baulöwen die CIGA, während Sindona in einer New Yorker Hotelsuite über den Verlust seines Finanzimperiums nachdenkt.

Die neuen Herren der CIGA haben nun die internationalen Hotelpläne aufgegeben. Das Pariser Engagement, das über 50 Millionen Franc gekostet hat, brachte nur Verluste. Hohe Investitionen wären erforderlich, um das Meurice und Prince des Galles wieder wirtschaftlich zu machen.

Diese Mittel hat die italienische Gruppe zur Zeit aber nicht. Im Gegenteil: Die Verwaltung der CIGA hat der Hauptversammlung am 21. April in Venedig einen Verlustabschluß von 4,1 Milliarden Lire (12,3 Millionen Mark) sowie eine Kapitalherabsetzung zur Sanierung angekündigt.

Den Luxushotels geht es schlecht, seit die amerikanischen Millionärswitwen Europa nicht mehr so häufig besuchen wie früher. Nun sollen orientalische Ölscheiche und ihr Anhang die Geldaristokratie aus Texas auch im Hotelbett ersetzen. fg