Hörenswert

The Pasadena Roof Orchestra: „On Tour“. Rechtzeitig vor Beginn der Tournee, die die zwölf Herren dieses englischen Spezialorchesters vom 3. April an durch die Bundesrepublik machen, erscheint diese, ihre dritte Schallplatte bei uns. Die Hülle enthält nun auch die mit Witz und Kenntnis erzählte Geschichte dieses nicht alltäglichen Ensembles. Sie hatte damit begonnen, daß der Bäckermeister und Freizeit-Tubaspieler John Arthy auf dreizehnhundert Original-Arrangements von Unterhaltungsmusik aus den zwanziger und dreißiger Jahren stieß, daraufhin das Orchester gründete und dann etliche der alten Werke sehr exakt einstudierte. Die Werktreue reicht bis zur Verwendung historisch nachempfundener Kleidung. Man hört, wie der Begleittext sagt, „eine mit dem Ernst arbeitender Menschen“ verzapfte, leichte, lustige Tanzmusik, deren charakteristischer Klang am stärksten dem sämigen Gesang der Saxophongruppe zu verdanken ist. (Transatlantic Records/Metronome MLP 15 954) Manfred Sack

Unterhaltsam:

Ernest Ranglin: „Ranglypso“. Der aus Ranglin und Calypso gebildete Plattentitel deutet schon das Eigentümliche dieser Veranstaltung an: Der aus Kingston auf Jamaika stammende Gitarrist macht mit seinen Quartettkollegen Monti Alexander (Klavier), Eberhard Weber (Baß), Kenny Clark (Schlagzeug) einen karibisch gefärbten, unterhaltsam temperierten Jazz. Der fingerfertige Protagonist, hier einmal nach vorn geholt, hat eine Vorliebe für katzenfüßige, rasche Läufe, die er gern mit schnurrigen Tremolos versetzt. (MPS/BASF 20 22677-8, 22,– DM) Manfred Sack

Mittelmäßig:

Bad Company: „Run With The Pack“. Nicht das zweite, sondern das dritte Album ist bei Rockbands meist die Probe darauf, ob die Gruppe künstlerisch stagniert oder das Potential ihrer Anfänge zu erweitern versteht. Wenn eine Band wie Bad Company zum drittenmal dieselbe Erfolgsformel durchspielt und vor allem die Hard-Rock-Songs des Gitarristen Mick Ralphs kaum von seinen früheren zu unterscheiden sind, sind Zweifel berechtigt. Paul Rodgers, mit einer phänomenalen Blues-Stimme begnadet, schreibt zwar abwechslungsreiche Soul- und Folk-Balladen. Aber nach einem Jahr steiler Karriere braucht Bad Company originellere Kompositionen, bessere Arrangements, einen Produzenten, der inspirierend wirkt, und einen Toningenieur, der seinen Job sorgfältiger erledigt. Vielleicht ist es auch die preßtechnische Qualität, die nicht gerade Hi-Fi-Ansprüchen entspricht. (Island 27 000,17,90 DM)

Franz Schöler