DIE ZEIT

Mehr Milliarden für mehr Straßen?

Es war während der vergangenen Ostertage wie an allen verlängerten Wochenenden in der Bundesrepublik: Verstopfte Landstraßen und Autobahnen, erschöpfte Menschen, die ihre Ausflugsziele zumeist nur mit einiger Verspätung erreichten.

Sacharows Streiche

in Friedensnobelpreisträger teilt Ohrfeigen aus. Sowjetische Milizionäre schlagen nicht zurück. Vielmehr hält die Obrigkeit erfreut die andere Wange hin, um den boxenden Bürgerrechtskämpfer als „hooligan“ disqualifizieren zu können: Andrej Sacharow wird von den Behörden jetzt als schlagender Beweis ihrer eigenen Zurückhaltung präsentiert.

Kissingers späte Safari

Eine Politik des benign neglect, des wohlwollenden Ignorierens, empfahl einst Präsidentenberater Moynihan dem Weißen Haus für den Umgang mit aufmüpfigen Schwarzen – amerikanischen Schwarzen.

Lust am Ballern

Die Liste unerwünschter Wahrheiten, die Bundeskanzler Schmidt unseren europäischen Nachbarn unter den Spiegel gesteckt hat, erreicht inzwischen respektable Ausmaße.

Fremde Feste feiern

Wir Deutsche feiern dieses Jahr die Feste, wie sie für die anderen fallen. Der 200. Geburtstag der Vereinigten Staaten löst auch hierzulande großen Wirbel aus.

Wo stecken die Hintermänner?

Als vor einem Jahr der Prozeß von Stuttgart-Stammheim begann, kannte schon beinahe jedes Kind die Namen der Angeklagten: Ulrike Meinhof, Andreas Baader, Gudrun Enßlin und Jan Carl Raspe, die Kernmitglieder der „Roten Armee Fraktion“ (RAF), waren seit langem in aller Munde.

Zeitspiegel

Die argentinische Militärregierung hat zwar den Terror nicht stoppen können, dafür aber ein anderes kleines Wunder vollbracht: Die nationale Quote der Krankmeldungen ist von zuletzt fast 18 Prozent auf knapp zwei Prozent gesunken.

Worte der Woche

„Ich bete für jene, die Brutalität und Rücksichtslosigkeit gezeigt haben. Wo eine von der Verwaltung verhängte Geldstrafe ausgereicht hätte, wurde die Polizei mobilisiert, damit Menschen bestraft werden.

Libanon: Assad in der Löwengrube

Der Mann, von dem man neuerdings im Nahen Osten spricht, heißt nicht Sadat, der Ägypter, nicht Rabin, der Israeli – der syrische Präsident Hafes el Assad ist in aller Munde.

Italien: Der schiefe Turm stürzt nicht

Die Spaghettitöpfe dampften wie eh und je, in den Grillstationen bruzzelten Berge teurer Steaksund Lammkeulen. Großfamilien, von den Uromas bis zu den Vettern dritten Grades, schmausten, schwatzten, feierten laut und fröhlich ihre Ostern.

Die Lust an der Revolution erlosch

Gestützt auf Umfrageergebnisse aus den Jahren 1967 und 1972 formulierte ich im vorigen Juni: „Im raschen Absinken fanden wir, was 250 Jahre als bürgerliche Tugenden gepflegt worden war.

Zittern vor der Dina

Die katholische Kirche Chiles klagt in einem unveröffentlichten "Gesuch" an das Oberste Gericht die Militärjunta an: Gesetze und Verfassung werden mit Füßen getreten; die Geheimpolizei übt ein Schreckensregiment aus.

Trauriges Kambodscha

Dreitägige Feierlichkeiten waren den Kambodschanern Ende vergangener Woche verordnet worden, um den ersten Jahrestag des "Demokratischen Kambodscha" zu begehen.

Entspannung in der Ägäis

Die Journalisten der Athener Tageszeitungen mußten ihre eigenen Schlagzeilen schlucken: Hatten sie Anfang April noch den bevorstehenden Krieg mit dem Erbfeind Türkei an die Wand gemalt („Zu allem bereit“, „Letzte Warnung“), meldeten sie am Wochenende eine unverhoffte Wende: Die Regierungschefs Griechenlands und der Türkei haben sich zum Abschluß eines Nichtangriffspaktes zwischen den beiden Nato-Ländern bereiterklärt.

Schwierige Suppe

Selten ist ein Gespräch zwischen dem Bundesinnenminister und dem Chef des Beamten-Bundes so harmonisch verlaufen wie das zwischen Maihofer und Krause.

Die Krise in China: Nach Mao droht die Sintflut

Mit einer erregten Auseinandersetzung zwischen Maos Frau Tschiang Tschiang und ihrem gefährlichsten politischen Rivalen begann die letzte Runde des Machtkampfes, der jetzt die gesamte politische Szenerie in Peking abermals verändert hat.

Die Nasen rechts: tief durchatmen

Vom Eisverkäufer bis hinauf zum Kurdirektor war von Travemünde bis hinauf nach Flensburg alles in Lauerstellung gegangen. Und dann kam sie; steil und gewaltig wie eine Sturmwelle brandete es diesmal von der Landseite gegen die Ostseebäder, kam die sehnsüchtig erwartete Oster-Reisewelle.

Wo blieben die Vorgesetzten?

Ein Verteidiger formulierte in seinem Plädoyer den bitteren Satz: „Alles, was mehr verdient, all das ist von der Verantwortung befreit, weil es innerdienstlich so vorgesehen ist.

Ein Beichtvater für Filbinger

Vierzig Stellen werden nicht mehr besetzt – eine Professorenstelle wird aber neu genehmigt; der Sozialphilosoph Günter Rohrmoser nimmt die Berufung an, doch die Universität Hohenheim sieht in keinem Studienplan das Fach Sozialphilosophie vor.

Schießerei in St. Georg

Die Vorstellung muß Hamburgs Polizei verlockt haben: Ein Überrumpelungsmanöver auf dem Steindamm, einer belebten Straße in der City, hätte das Image der häufig attackierten Ordnungshüter mit einem Schlage aufpolieren können.

Der Kanzler bläst ins Posthorn

Von der Post ist man Schlagzeilen gewöhnt, von einem einzelnen Postamt nicht. Bergedorf macht’s möglich: Eines der Hamburger Postämter – Hamburg 80 (Bergedorf) – sorgte für vorösterliche Unruhe.

Der Fall des Herrn Muntzke

Der Festredner lehnte es ab, alle Ämter und Funktionen des Geburtstagskindes aufzuzählen und zu würdigen. Das sei ihm zu viel, meinte er.

Was ist Schweinekram?

Der junge Stuttgarter Maler Frank Below wurde mit seiner Ausstellung „Homoerotische Bekenntnisse eines Empfindsamen“ wider Willen zum Provinzschocker.

Der ungeliebte Missionar

Zum 25jährigen Jubiläum versuchte er es roch einmal mit dem altbewährten Erfolgsrezept: Im Frühjahr des vergangenen Jahres machte Versandhändler Josef Neckermann seiner Kundschaft ein Jubiläumsgeschenk – eine Preisenkungsaktion von zehn Prozent über zwölf Tage.

Druck von den Druckern

Leicht zu verstehen ist es wirklich nicht, warum ausgerechnet Leonhard Mahlein und seine Druckergewerkschaft bei den Tarifverhandlungen dieses Jahres am lautesten auf die Pauke hauen.

Werbung wider Willen

Regierungsmitglieder nehmen jede Gelegenheit wahr, um mit „gemäßigten“ Oppositionspolitikern wie dem Sozialisten Tierno Galvan oder den Christdemokraten Gil-Robles und Ruiz-Gimenez zu essen und einen politischen Meinungsaustausch zu führen.

Eine Pleite alter Art

Wenn es um Geld geht, hört gewöhnlich die Gemütlichkeit auf. Obwohl es um Geld ging, sind die Beteiligten in dem zu schildernden Fall erstaunlich beherrscht geblieben: Auf der einen Seite der Bundesverband deutscher Banken, vertreten durch seinen Präsidenten F.

BONNER KULISSE

Im Bundesfinanzministerium und bei Teilen der Wirtschaft hört man es zwar nicht gern, doch es steht schon jetzt ziemlich fest: Die Reform der Körperschaftsteuer wird für eine Reihe von Unternehmen günstiger ausfallen als für andere.

Der große Sprung des Kaninchens

Irgendwo im Norden der USA, im geographischen Dreieck zwischen Detroit, Cleveland und Pittsburgh, steht eine Fabrik, an deren Front in wenigen Monaten das VW-Emblem angebracht wird.

Koffer voller Lire

Fast zwei Jahre lang sahen Juweliere und Diamantenhändler verdrießlich in ihre Bücher, nichts lief mehr im Geschäft mit Diamanten.

Operngagen: Listenpreise für Stars

Rolf Mares, Operndirektor in Hamburg, ist „da ganz sicher“: „Noch in diesem Jahr werden wir uns einigen.“ Der Grund für seine Zuversicht: Auf ihrem jüngsten Treffen in Hamburg Mitte des Monats beschlossen die Intendanten der international führenden Opernhäuser, „frühzeitig Tendenzen entgegenzuwirken, die die Etats in einem nicht mehr zu vertretenden Maß überlasten würden“.

Ausreisestopp für Ostmark

Die meisten Bundesbürger, die nach den Vereinbarungen für den nichtkommerziellen Zahlungsverkehr zwischen beiden deutschen Staaten gehofft haben, an ihre Guthaben in der DDR heranzukommen, sehen sich enttäuscht.

Heißer Ofen auf Eis

Seit neun Jahren wird in der Bundesrepublik Strom aus einem Reaktor gewonnen, der für die Elektrizitätserzeugung eigentlich, gar nicht gebaut wurde.

Manager und Märkte

Reemtsma fischte bei der Konkurrenz Exodus bei der Rüger-Gruppe Wahlwerbung mit der Vergangenheit

Wirtschaftspolitik: Hat die Global-Steuerung versagt?

Die Rezession im Jahre 1975 mit Rückgang des realen Wachstums in Höhe von drei bis vier Prozent, mit über einer Million Arbeitslosen und bei einer jahresdurchschnittlichen Preissteigerungsrate von immerhin noch sechs Prozent macht die als Thema gestellte Frage verständlich und zugleich für den Wirtschaftspolitiker zur Herausforderung: ob jener Ansatz der Konjunktursteuerung an dieser Entwicklung schuld oder zumindest mitverantwortlich sei, den Karl Schiller wesentlich mitgeprägt und Globalsteuerung genannt hat.

Wer mordet Tante Emma?

Wolf: Die Äußerungen der Hauptgemeinschaft sind seit einigen Jahren in Sachen Einzelhandel die unsachlichsten und unqualifiziertesten, die mir bekannt geworden sind.

Paket gegen Patrons

Ein gutes Jahr lang ließ sich Valéry Giscard d’Estaing Zeit, bevor er sich an die Reform des französischen Unternehmensrechts wagte.

Argumente aus der Hand geschlagen

Vermögensbildung über den Tarifvertrag – auf diesem Gleis bewegt sich die festgefahrene Diskussion über die Beteiligung der Arbeitnehmer am Produktivvermögen jetzt weiter.

Zu Unrecht verdächtigt

Nicht immer stimmt, was viele glauben. Mehr als die Hälfte der Deutschen ist der Meinung, so hat eine Umfrage ergeben, daß vor allem die zwei Millionen Gastarbeiter an der hohen Arbeitslosigkeit schuld sind.

Ein Image für Raucher

Die Reval bietet unter dem Slogan „Gewinnspaß für helle Köpfe“ vierzig verschiedene Denksportaufgaben. Die R 6 macht es einfacher: Sie läßt schlicht ihren eigenen Markennamen erraten.

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