Das Kartellamt untersucht die Preispolitik der Programmzeitschriften-Verlage.

Es geschah vor einer Woche: Bei fünf Verlagen und dem Verband der Buch-, Zeitungs- und Zeitschriften-Grossisten in Köln rückten jeweils zwei Beamte des Bundeskartellamts an, begleitet von zwei örtlichen Kriminalbeamten. Sie präsentierten Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse des Berliner Amtsgerichts Tiergarten.

Anlaß für die Aktion war die amtliche Vermutung, die fünf Verlage hätten ihre Preise für Programmzeitschriften nicht nur fast gleichzeitig, sondern auch nach vorheriger Absprache erhöht. Im Verdacht stehen

  • der Heinrich Bauer Verlag mit der Fernsehwoche, deren Preis im November 1975 von fünfzig auf sechzig Pfennig stieg, sowie mit TV Hören + Sehen (Preiserhöhung von einer auf 1,20 Mark); • der Axel Springer Verlag mit Hör Zu (von einer Mark auf 1,20);
  • die Gong Verlag GmbH sowie der am Genf mit fünfzig Prozent beteiligte Verlag Gruner – Jahr mit dem Gong (von einer Mark auf 1,20 Mark);
  • das Verlagshaus Burda mit Bild + Funk (1,20 nach einer Mark).

Der Verband der Zeitschriftenverleger hat sich inzwischen telegraphisch beim Bundeswirtschaftsminister darüber beschwert, daß die Durchsuchungsaktion ausgerechnet in die ohnehin hektische Zeit des Druckerstreiks fiel. Das Wirtschaftsministerium versicherte, dies sei keine Absicht gewesen, und bedauerte den doppelten Streß für die Verleger.