Ende letzter Woche begann vor dem 4. Strafsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf der Prozeß gegen die vier überlebenden Teilnehmer des Attentats auf die deutsche Botschaft in Stockholm vom 24. April 1975. Sie sind wegen gemeinschaftlich begangenen Mordes an dem Militärattache von Mirbach und dem Wirtschaftsrat Dr. Hillegaard angeklagt.

Sechs Terroristen eines „Kommandos Holger Meins“ waren damals in die Botschaft eingedrungen, hatten dreizehn Botschaftsangehörige als Geiseln genommen und von der Bundesregierung die Freilassung von 26 Baader-Meinhof-Häftlingen verlangt. Nach dem Mord an von Mirbach und Hillegaart war aus bisher ungeklärten Gründen der von den Attentätern mitgebrachte Sprengstoff vorzeitig explodiert. Dabei erlitten zwei der Terroristen tödliche Verletzungen. Die übrigen vier, Lutz Taufer, Bernhard Rößner, Karl-Heinz Dellwo und Hanna Krabbe wurden jetzt vor Gericht gestellt; sie wollen sich im Laufe des Verfahrens ausführlich zu ihrer Tat äußern.