Die Wahl eines neuen Staatspräsidenten am vorigen Samstag hat dem Libanon nicht die erhoffte Ruhe gebracht. Auch in dieser Woche schossen sich linke Moslems mit christlichen Falangisten, aber auch mit den von Syrien unterstützten Palästinensern herum. Bei der Wahl des konservativen Bankers und Christen Elias Sarkis zum Nachfolger des christlichen Staatspräsidenten Frandschieh fehlte im Parlament die linke Opposition. Mit ihrem Boykott wollte sie gegen die Einmischung Syriens protestieren, das sich für Sarkis stark gemacht hatte.

Als Voraussetzung für eine Versöhnung mit den Christen verlangten die Moslem-Milizen, erst müßten alle syrischen Truppen und alle aus Syrien eingerückten Verbände der Palästinenser wieder das Land verlassen haben. Die Intervention Syriens hatte vor einigen Wochen die Christen vor der totalen Niederlage und den Libanon vor der Teilung bewahrt.