Toni Schmucker argumentiert neuerdings mit überirdischen Bedingungen. Die Autopreise, so sagte der VW-Chef, will Wolfsburg 1976 nicht noch einmal erhöhen – „wenn der Himmel nicht einstürzt“. Unter der gleichen Voraussetzung rechnet er damit, daß noch in diesem Jahr eine Nutzfahrzeug-Kooperation mit der MAN beschlossen wird.

Wesentlich reservierter beurteilt Schmücker dagegen die Aussicht, mit Daimler-Benz-Chef Joachim Zahn ins Geschäft zu kommen. Die Mercedes-Leute wollen in ihr Programm ein „Pkw-Derivat“ (Schmücker) – vermutlich eine Kombi-Limousine – aufnehmen und haben bei VW angefragt, ob Wolfsburg im Werk Neckarsulm seiner Tochter Audi NSU die Produktion im Lohnauftrag übernehmen will. Schmücker, offenkundig skeptisch: „Zu unseren Angebots-Bedingungen werden wir das tun. Wenn es eine langfristige Sache ist.“

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Mit dem freundlicheren Konjunkturklima beginnt sich auch die Zahlungsmoral wieder zu bessern. Nach der neuesten Befragung von mehr als 13 000 inländischen Unternehmen hat die Schimmelpfeng-Marktforschung herausgebracht: 58,8 Prozent der inquirierten Unternehmen zahlten irre Rechnungen im ersten Vierteljahr 1976 „vereinbarungsgemäß‘; im Quartal davor waren es 58,1 Prozent gewesen. Zum erstenmal seit drei Jahren ist damit in einem ersten Quartal die Zahlungsbereitschaft wieder gewachsen.

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Der Münchner Rechtsanwalt Heinz Kühne reibt sich an Anton Ernstberger, dem bisherigen Vorstandssprecher und künftigen Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank. Zu den Hauptversammlungen der Bayernhypo und der Dresdner Bank, die Ernstberger ebenfalls zur Wahl in den Aufsichtsrat vorgeschlagen hat, kündigte er Opposition an.

Die Bayernhypo weigert sich, unter Hinweis auf Paragraph 126 des Aktiengesetzes, diese Opposition ihren Aktionären schriftlich bekannt zu machen, da die Begründung Beleidigungen enthalte. Ernstberger erwirkte eine einstweilige Verfügung gegen Kühne.