Auf dem deutschen TV-Markt zeichnet sich der bisher größte Machtkampf ab: Die Hamburger Firma "Alpha", die jüngste Gründung des Zeitschriften-Konzerns Gruner + Jahr, ist angetreten, dem Münchner Filmkaufmann Leo Kirch und seinen Unternehmen "Beta" und "Taurus" ihre Position als wichtigste Anbieter ausländischer Spiel- und Fernsehfilme streitig zu machen. Nachdem die ZEIT diese Zusammenhänge geschildert und ein Porträt des Unternehmers Kirch und seiner Firmengruppe gezeichnet hatte (ZEIT Nr. 17 und 18), veröffentlichte der Spiegel eine scharfe Kirch-Polemik: "ZDF im Würgegriff?". Der Spiegel gehört zu 25 Prozent Gruner + Jahr. Die "Alpha" wird in dem langen Beitrag mit keinem Wort erwähnt. Am Mittwoch wehrte sich das ZDF in einer Pressekonferenz gegen die zahlreichen "falschen Behauptungen und Diffamierungen" im Spiegel. Kirch will gegen das Magazin klagen.

Daimler-Benz tut etwas für den Ruf, Deutschlands nobelster Autohersteller zu sein. Anders als alle übrigen macht die Firma unter dem "guten Stern" die Preis-Runde dieses Frühjahrs nicht mit. Die von kompetenter Stelle gegebene Aussage stellt klar: Noch auf Monate keine Preiserhöhung in Stuttgart.

Schon bisher konnten die Daimler-Leute auf eine im Vergleich maßvolle Preispolitik verreisen. Diesmal gab das Haus einen spektakulären – weil in der Branche unüblichen – Hinweis darauf, daß sich ein Unternehmen auch dann stabilitätspolitisch verantwortungsbewußt zeigen kann, wenn der Markt mehr hergäbe.

Auch der Hinweis, daß sich Daimler-Benz dank guter Erträge – die Aktionäre erhalten für 1975 eine höhere Dividende – die Zurückhaltung durchaus leisten kann, entwertet diese Politik nicht. Denn das gleiche kann man – mit Ausnahme von VW – von allen anderen Großen der Banche behaupten.

Hanns-Martin Schleyer, künfti-– ger Doppel-Präsiden: der beiden deutschen Spitzenverbände der Unternehmer BdA und BDI, hat das Personalressort im Daimler-Benz-Vorstand an den Nachfolger Richard Osswald ganz abgegeben, wird aber dem Führungsgremium weiter angehören. Ressort: sozia- und gesellschaftspolitische Grundsatzfragen.

*

Die Robert Bosch GmbH verstärkt ihr Engagement in den USA. Die Stuttgarter Zentrale des Elektrokonzerns hat beschlossen, die in Charleston/South Carolina bestehende Fertigungskapazität für die Produktion von Einspritzausrüstungen für Dieselmotoren durch den Bau einer zusätzlichen Anlage nahezu zu verdoppeln. Diese Entscheidung, so wird in Stuttgart versichert, hat nichts mit dem Sprung von VW in die USA zu tun. VW will den "Rabbit" (Golf) dort auch in der Dieselversion montieren.