Solange die Zentren des Rohstoffverbrauchs in den Industrieländern liegen, können auch relativ kleine Erzeugerländer in der Versorgung eine große Rolle spielen und für Unannehmlichkeiten sorgen. Zum Glück versagen bisher sämtliche Kartelle der Dritten Welt, wenn die Nachfrage sinkt, wie sich an den gescheiterten Kupfer-, Zinn-, Kakao- oder Weizenabkommen zeigte. Gefahr droht jedoch, wenn wenige Anbieter eine beherrschende Stellung für einen Rohstoff besitzen, der nicht kurzfristig substituierbar ist. Erfolgreiche Preisdiktate benötigen dann keine Kartellabsprachen mehr, sondern lediglich eine expandierende Nachfrage. So gelang es Tunesien und Marokko, den Preis für Phosphate in zwei Jahren zu verfünffachen.

Quelle; Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe