Das BMW-Management kann es nur verdrießen. Schließlich hätte ein marktgerechter Preis für die jungen Aktien und nicht einer, der auf die Geldknappheit von Quandt zugeschnitten ist, dem Unternehmen besser geholfen, seine Expansion zu finanzieren. Wen wundert’s, daß in München der Ruf nach einem neuen Großaktionär laut wird? Die Bayerische Landesbank hält sich bereit.

Die deutschen Wirtschaftsjournalisten verlieren eine charmante Kollegin. Julia Dingwort-Nusseck, Chefredakteur Fernsehen beim Westdeutschen Rundfunk, wird als Nachfolgerin von Wilhelm Rahmsdorf neuer Präsident der Landeszentralbank in Niedersachsen und in den Zentralbankrat der Bundesbank einziehen. Daß fachliche Eignung und CDU-Mitgliedschaft in einem weiblichen Kandidaten vereinigt sind, hat den CDU-Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, der sie dem Bundesrat vorschlagen muß, wohl überwältigt. Karl Klasens Wunsch, doch einmal einen erfahrenen Sparkassenmann in den Zentralbankrat zu entsenden, verhallte ungehört.

Der niedersächsische Finanzminister Walther Leisler Kiep hat nicht nur Probleme mit dem Landeshaushalt, sondern auch mit dem Personal. Er muß für den Vorstandsvorsitz der Norddeutschen Landesbank Girozentrale einen neuen Mann finden. Bank-Chef Kurt Hähnel nämlich scheidet noch im Laufe dieses Jahres aus. Für die Nachfolge werden Kieps Parteifreund Josef Stecker gute Chancen eingeräumt. Er ist stellvertretender Landesvorsitzender der CDU, Bundestagsabgeordneter und Präsident des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes in Hannover.

Die expansionslüsterne Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) steht wegen der Wettbewerbs- und Preispolitik ihres Verlagsmanagers Günter Grotkamp wieder einmal im Kreuzfeuer. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm ist es nun erlaubt, die WAZ des „Verdrängungswettbewerbs“ zu bezichtigen. Für diesen Spruch und seine Begründung interessiert sich mittlerweile das Bundeskartellamt. Zuständig freilich ist erst einmal die Landeskartellbehörde, das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium. Und das beschäftigt sich bereits seit Wochen mit der WAZ.

Die Wodkawelle, so scheint es, ebbt langsam ab. Erstmals seit mehreren Jahren griffen die Deutschen 1975 weniger oft zum „Wässerchen“. Sie konsumierten „nur“ noch 7,5 Millionen Liter. 1974 war der Wodkadurst noch um fünf Prozent ergiebiger. Diesem Trend konnten sich die Importeure allerdings entziehen. Die Firma Simex in Jülich, die den Alleinvertrieb für russische Spirituosen in der Bundesrepublik hat, konnte den Absatz ihrer Marke „Moskowskaja“ um ein Sechstel auf 2,3 Millionen Liter steigern. Insgesamt stammt jede dritte Wodkaflasche, die 1975 geleert wurde, aus ausländischen Brennereien.

Bei der Deutschen Texaco AG, Hamburg, der Tochter einer der sieben amerikanischen Öl-Schwestern, verwirklicht das Management eine neue Unternehmensphilosophie. Vorstandsvorsitzender Otto Ritter: „Wir wollen künftig nur noch solche Geschäfte betreiben, die nur ein großes Unternehmen bewerkstelligen kann. Alles andere überlassen wir mittelständischen Betrieben.“ So wird etwa der Vertrieb immer mehr privaten Vertragshändlern überlassen. „Sie haben ihr Gebiet besser unter Kontrolle und brauchen nicht die hohen Löhne zu zahlen, die bei uns die Gewerkschaften durchgesetzt haben. Hier treiben die Gewerkschaften echte Mittelstandsförderung.“ Rainer Frenkel