Die SSF Bonn sind Europas stärkste Herrenmannschaft geworden; „Fremdenlegionäre“ aus allen deutschen Gauen, spottet die Konkurrenz neiderfüllt. Doch diese „Fremdenlegionäre“ sind in der Bonner Fremde ein verschworener Haufen geworden – dank örjan Madsen und seines Lieblingsschülers Walter Kusch. Als er noch in Bochum lebte und trainierte, gab es die erste „Lovestory“. Deutschlands damals beste Kraulschwimmerin Ursula Römer aus Würzburg glaubte ohne Walter Kusch nicht leben zu können – und zog über Nacht zu Walter Kusch nach Bochum.

Diese „Lovestory“ ist längst Vergangenheit; die junge Dame aus Würzburg mochte ihr Leben nicht mit einem Jungen teilen, der außer ihr noch viel mehr im Sinn hatte – nicht zuletzt Schwimmen. Also ließ Ursula Römer Walter Kusch und die Schwimmerei sein und kehrte reumütig wieder heim. Aus war’s mit der ersten großen Liebe des Rekordschwimmers. Die zweite scheint fester zu sein. Karin Bormann, eine tüchtige. Rücken- und Lagenschwimmerin aus der Schule Horst Planerts in Saarbrücken, eine attraktive schlanke Dame dazu, hielt Walter Kusch für den Mann ihrer jungen Träume – und siedelte nach Bonn um. Zum Kummer ihres Trainers, zur Freude Walter Kuschs.

Doch während Ursula Römer aus Würzburg um so schlechter schwamm, je mehr sie Walter Kusch liebte, machte es Karin Bormann klüger. Sie ließ sich vom Ehrgeiz ihres Romeo anstecken und hat bereits die Olympianorm für Montreal geschafft, obwohl man sie im Deutschen Schwimm-Verband eigentlich schon längst abgeschrieben hatte. Und bei den SSF Bonn schmunzeln die Schützlinge örjan Madsens: „Bei Kusch ist nichts unmöglich.“

Nach Olympia beginnt allerdings der Ernst des Lebens: „Wenn ich keinen Studienplatz für Zahnmedizin bekomme, was beim Numerus clausus für mich sehr schwer sein dürfte, gehe ich erst einmal ins Geschäft meines Vaters. In seiner Branche verdient man nicht schlechter als bei Zahnärzten.“ Vater Kusch ist Weingroßhändler, und Walter Kusch war immer ein guter Rechner.

In der IV. Folge:

Der Radfahrer Klaus-Peter Thaler