Ford hatte wieder mal eine Vorwahl verloren, der Kampf gegen Reagan stand auf Messers Schneide, und der Präsident brauchte dringend einen spektakulären Erfolg – zum Beispiel einen Supergipfel sämtlicher Staats- und Regierungschefs, und zwar vor dem republikanischen Parteitag im August. „Welchen Grund können wir denn dafür nennen?“ fragte Pressesprecher Nessen. – „Der Präsident hält ein wirtschafts- und finanzpolitisches Spitzengespräch für dringend erforderlich“, schlug Fords Wahlkampfleiter Morton vor, „wenn das nicht überzeugend klingt...“

„Im August? Da kriegen wir doch keine Maus nach Washington“, bemerkte ein Berater. – „Aber vielleicht in die Karibik“, meinte ein zweiter Berater, „von meiner Hochzeitsreise her kann ich zum Beispiel die Jungferninseln sehr empfehlen, noch ganz unberührt vom Massentourismus. Dort hätten die Regierungschefs wunderbare Gelegenheiten zum Segeln, Schwimmen, Wasserskisport, könnten aber auch einfach in der Sonne faulenzen.“

„Moment“, schaltete sich der Präsident ein, „es soll aber doch wie eine richtige Konferenz aussehen.“

„Natürlich“, stimmte Nessen zu, „immer wenn das Fernsehen und die Photographen auftauchen, eilen die Regierungschefs vom Strand – natürlich angezogen – an den Konferenztisch, und der Präsident stellt Giscard mit staatsmännischem Gesicht eine ernste Frage.“

„Und was soll ich ihn dann fragen?“ fragte der Präsident etwas hilflos.

„Das erfahren Sie noch rechtzeitig von Ihrem ghostspeaker“, meinte Morton beiläufig, „jetzt lassen wir erst mal durch unsere Botschafter feststellen, ob die überhaupt Anfang August Zeit haben – aber ganz behutsam natürlich.“

Inzwischen liegt schon ein erstes Ergebnis dieser Befragung vor. Darüber erstattete Kissinger dem Präsidenten Bericht.