Die in dieser Hinsicht höchst aufschlußreiche Position „Zinsrückstände im Hypothekendarlehensgeschäft“ zeigt für Ende 1974 immerhin schon die imposante Summe von 7,3 Millionen Mark, Ende 1971 waren es erst knapp 167 000 Mark gewesen.

Wer ist verantwortlich?

Doch solche Alarmzeichen nahm bei der damals mit rund neunzig Prozent am Kreditverein beteiligten Landesbank offenbar keiner ernst – jedenfalls nicht rechtzeitig. Die Pflicht und die Gelegenheit dazu hatten mindestens drei; allen voran der Vorstandsvorsitzende der Landesbank und stellvertretende Aufsichtsrats-Vorsitzende des ins Schlingern geratenen Kreditvereins: Gerhard Volz. Auch Rolf Limbach, der ebenso wie Volz in beiden Gremien als normales Mitglied vertreten war, hätte bei früherem Eingreifen einen Teil der jetzigen Riesenverluste verhindern können.

Und schließlich, wäre es nach Anspruch und Amt gegangen, hätte auch der Präsident des Württembergischen Sparkassen- und Giroverbandes, Karl Stolz, einiges von dem abwenden müssen, was die Landesbank so deutlich aus der Bahn warf: Stolz ist sowohl Vorsitzender des Landesbank-Verwaltungsrats wie auch Vorsitzender des Kreditverein-Aufsichtsrats, steht also beiden: Kontrollgremien vor.

Wie lange noch, das hängt auch von einer umfangreichen So’nderprüfung ab, die „von einer namhaften deutschen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft“ gegenwärtig beim Kreditverein und der Landesbank veranstaltet wird. Ganze Aktenberge werden derzeit durchwühlt, um Antwort auf die unangenehme Frage zu erhalten, „wer für alles verantwortlich ist“ (Schmidt).

Bis zur „restlosen Klärung durch die unabhängigen Prüfer“ könne im Augenblick nichts darüber gesagt werden, ob die inzwischen in allen Ehren verabschiedeten Vorstände Ruff und Stockmayer sich weiterhin ihrer wohldotierten Altersversorgung erfreuen können. Auch Voll und Limbach sind demnach noch nicht völlig aus dem Schneider. Nur Sparkassen-Präsident Stolz ist in der vergleichsweise glücklichen Lage, in seiner Eigenschaft als Chef des Landesbank-Verwaltungsrats zugleich Überprüfter wie auch Auftraggeber des Prüfungs-Gutachtens zu sein.

Die Untersuchung wird in jedem Fall noch Wochen, möglicherweise Monate dauern, denn sie ist langwierig, die Kreditengagements verworren. Wie wenig Durchblick die Landesbank-Führung hatte und immer noch hat, wenn es um die abenteuerlichen Geschäfte des Württembergischen Kreditvereins ging, wird am Fall Pohler deutlich Noch bis vor wenigen Tagen war es dem Vorstand der Landesbank nicht bekannt, daß Carl-Ludwig Pohler bereits im Oktober 1974 vom Landgericht Bonn wegen betrügerischer Machenschaften verurteilt worden war.