DIE ZEIT

Alter Streit

Alle Beteiligten sind sich einig: Das Berlin-Abkommen soll strikt eingehalten und voll angewendet werden. Nur versteht darunter jeder etwas anderes.

Abgeblitzt

Zweieinhalb Milliarden Mark sind für die deutschen Kernkraftwerk-Hersteller kein Pappenstiel. Ein Geschäft mit Südafrika über die Lieferung von zwei Reaktoren schien noch im vergangenen Herbst so gut wie sicher zu sein.

Liberale Mobilmachung

Aus Freiburg nichts Neues: das gilt nur für die endgültige Bekräftigung der freidemokratischen Zusage an die SPD, das Bonner Bündnis fortzusetzen.

Tödliches Rezept

Die Dritte Welt ist ihrem Ziel, den Industrieländern eine „neue Weltwirtschaftsordnung“ aufzuzwingen, ein gutes Stück näher gekommen (siehe auch Seite 17).

Die Deutschen im Zerrspiegel

Der französische Sozialistenführer Mitterrand gründet ein Komitee für Bürgerrechte und Berufsfreiheit in der Bundesrepublik Deutschland.

Zeitspiegel

Bei der britischen Militärregierung in Berlin liegt eine ungewöhnliche Fundsache. Einige Betonrohre, wie sie von der DDR als Maueroberkante verwendet werden, sind vor einiger Zeit in Richtung West-Berlin heruntergefallen.

Historie mit dunklen Flecken

Wenige Tage vor dem Besuch Edward Giereks in Bonn stand noch nicht fest, ob das Kulturabkommen zwischen der Bundesrepublik und der Volksrepublik unterzeichnet werden kann, mit dem sich der polnische Parteichef gern geschmückt hätte.

DDR: Unverhoffter Segen

Vieles ist rätselhaft an den Umständen, unter denen es nun doch zur Ankündigung sozialpolitischer Verbesserungen in der DDR gekommen ist.

Eigensinnige Gefolgschaft

Die Besucher gaben sich im Kreml fast die Klinke in die Hand. Kaum war Raul Castro, Fidel-Bruder und kubanischer Verteidigungsminister, aus Moskau abgereist, da traf für eine Woche Samora Machel, der Präsident von Moçambique, mit einer Regierungsdelegation in der sowjetischen Hauptstadt ein.

Wolf gang Ebert: Das ist der Gipfel

Ford hatte wieder mal eine Vorwahl verloren, der Kampf gegen Reagan stand auf Messers Schneide, und der Präsident brauchte dringend einen spektakulären Erfolg – zum Beispiel einen Supergipfel sämtlicher Staats- und Regierungschefs, und zwar vor dem republikanischen Parteitag im August.

Pomp und Predigten im Morgenlande

Die Türken brachten dem Kanzler die anstrengendste Gastfreundschaft entgegen; sie blieb fast bis zum Ende bemüht. Die Saudis behandelten den Staatsgast aus Deutschland mit sorgfältiger, aber gelassener Höflichkeit; und es war von Anfang an überwältigend.

Keine überzeugende Kritik

Seit einigen Monaten versuchen Frankreichs Sozialisten, ihr Verhältnis zu den deutschen Sozialdemokraten ins reine zu bringen.

Machtkampf in Albanien

Einige Wochen nach dem Sturz des chinesischen Spitzenpolitikers TengHsiaoping wurde auch in Tirana eine Parteigruppe gesäubert, der vorgeworfen wird, sie habe vor der Sowjetunion kapitulieren wollen.

Schock aus dem Ausland

Die Schreckwirkung der Kritikwelle, die gegenwärtig von Skandinavien über die Benelux-Länder und Frankreich bis an die Zehenspitze des italienischen Stiefels reicht, hat Bonn tiefer getroffen, als die recht erschrockenen Reaktionen zeigen.

Wählt England noch in diesem Jahr?

Den Briten wird es nicht leichtgemacht. Kaum kehrt etwas Vertrauen in die ökonomische Zukunft wieder, da schwindet die Lebenskraft des derzeitigen Parlaments.

Nach Angola: Sturmzeichen in Südwest

Die Verkrampten sind in Afrikaans, der Sprache der Buren, die Konservativen – die Verligten sind die Liberalen. Das Wort "Verkrampt" ist so einleuchtend, daß es keiner Übersetzungs-Anstrengungen bedurfte; "Verligt" dagegen konnte ich mir erst ableiten, als ich über einer Tür "Information" angeschrieben sah und darunter in Afrikaans: "Inligting".

Denkmalschutz mit der Spitzhacke

Die letzten Feierlichkeiten des Denkmalschutzjahres waren noch nicht beendet, da brachen – buchstäblich unter den Schlußakkorden – in der Lübecker Altstadt historische Fassaden zusammen.

„Das Viertel wird kaputtgemacht“

Sonntagmorgen in Schwabing: An der Münchner Freiheit, dem zentralen Platz des so gern als Intellektuellen-Amüsierviertel hochgelobten Stadtteils, drängen sich die Menschen, schachern miteinander, lachen, diskutieren: Flohmarkt in Schwabing, eine der wenigen bunten Szenen im Münchner Alltagsbild, bei denen dem Beobachter klar wird, daß Schwabing wirklich „ein Zustand“ ist.

Künftig Geld statt Gold

Grad gut schaut sie aus, in ihrem blauen Dirndl mit den blütenweißen Spitzen just an der Stelle, an der ein Bayer gemeinhin das „Holz vor der Hütt’n“ wünscht.

Zwei Amerikaner in Moskau

Dem in Moskau akkreditierten Korrespondenten stellt sich häufig die Frage, wer über wen unaufrichtiger berichtet: die sowjetische Presse über den Westen oder die westliche Presse über den Osten? Schenkte man beispielsweise den Moskauer Massenmedien Glauben, dann müßte man Indien für ein blühendes Land mit gewissen Schwierigkeiten halten, die Bundesrepublik hingegen dem Bankrott nahe wähnen.

Der reaktionäre Revolutionär

Man ist versucht, voreingenommen zu sein, wenn man ein Buch über einen Mann liest, der in der arabischen Welt und auch anderswo so umstritten ist wie der libysche Staatschef, Oberst Muammar Khadafi.

Israel - ein Feind des Friedens?

Ist Israel an allem schuld? So, wie früher einmal Antisemiten die gemeine Geschichte von den Juden, die „unser Unglück“ seien, in die Welt setzten? Auch dann, wenn natürlich jene, die heute den Israelis so schnell alles in die Schuhe zu schieben trachten, gewiß nicht in jedem Fall Judenfeinde sind? Denn zwischen einem Feind und einem Kritiker kann die Distanz meilenweit sein.

Allein und mit leeren Händen

Als Entwicklungsminister Egon Bahr die Bühne der vierten UN-Konferenz für Handel und Entwicklung in Kenias Hauptstadt Nairobi betrat, litt er unter dem Trauma, „allein gegen den Rest der Welt“ zu stehen.

Opportunismus im Kleid der Reformpolitik

Es klingt fortschrittlich, was die Freien Demokraten in ihre soeben beschlossene „Wahl-Plattform“ aufgenommen haben: Sie plädieren für eine Selbstbeteiligung der Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung an den durch sie verursachten Kosten des Gesundheitswesens.

BONNER KULISSE

Vor zwei Jahren hatten sie im Bundeskabinett für Auseinandersetzungen und in der Öffentlichkeit für massive Proteste gesorgt, doch inzwischen zeigt es sich: Die enormen Gebührenerhöhungen bei der Bundespost, vom damaligen Minister Horst Ehmke gegen den Widerstand des Wirtschaftskollegen Hans Friderichs durchgesetzt, zahlen sich aus.

Mehr Kontakt mit dem DGB

ZEIT: Mit der Übernahme der Doppelrolle als Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BdA) vom 1.

Ein Loch von hundert Millionen

Das exzellente Bankenjahr 1975 hat den Kreditinstituten allenthalben Rekordgewinne gebracht – nur an der Stuttgarter Landesbank ist das Füllhorn vorübergegangen.

Mit kleinen Schritten in die Selbständigkeit

Zu Beginn der siebziger Jahre entdeckte das Management immer deutlichere Anzeichen dafür, daß die Beschäftigten in den Produktions- und Verpackungsabteilungen des Unternehmens in Södertälje bei Stockholm mit den Verhältnissen am Arbeitsplatz unzufrieden waren: hohe Kündigungsraten und häufiges Krankfeiern, sinkende Produktivität, wachsende Spannungen zwischen Arbeitern und Vorgesetzten.

Nur keinen Unfall bauen

Daß der schuldige Unfallgegner versichert ist, kann einem manchmal soviel nützen, als wenn man im Wilden Westen beim Indianerüberfall ein Empfehlungsschreiben des US-Präsidenten vorgezeigt hätte.

Ami go home

Den Abgesandten der allmächtigen ITT blieb keine große Wahl. Als sie am Sitz des französischen Elektrokonzerns Thomson am Pariser Boulevard Haussmann eintrafen, konnten sie nur noch den Verkauf ihrer wichtigsten französischen Tochtergesellschaft, "Le Materiel Telephonique" (LMT), unterschreiben.

Strafe für den roten Millionär

Kommunistische Kapitalisten mit Millionenvermögen – gibt es so etwas? Den Franzosen fällt die Antwort leicht. Denn sie alle kennen Jean Doumeng, den 56 Jahre alten kommunistischen Bürgermeister der Gemeinde Noé bei Toulouse, den roten Millionär, der sein Riesenvermögen unter anderem im Weinhandel gemacht hat.

Mit dem Koffer unterwegs

Bender: Zur Rheinland-Pfälzischen Landesbank darf ich nichts sagen. Es laufen zur Zeit im ganzen Bundesgebiet bei zahlreichen Oberfinanzdirektionen Ermittlungsverfahren in der Art, wie wir sie hier schon geführt haben.

Ende des Mietstreits?

Zwischen Mieter- und Vermietervereinen bahnt sich eine neue Auseinandersetzung an. Obwohl das „Gesetz zur Regelung der Miethöhe“ eindeutige Kriterien für die Durchsetzung von Mieterhöhungsforderungen bei bestehenden Mietverhältnissen setzt, glaubt der Deutsche Mieterbund jetzt, daß auch die Neuvermietung – bislang nicht vom Gesetz erfaßt – nicht der freien Vereinbarung zwischen Mietern und Vermietern unterliegt.

Manager und Märkte

16-Milliarden-Auftrag für die Veba? Tun, was Toni Schmücker will Der Autokauf – eine Geduldsprobe

Das Sparbuch bleibt Bestseller

Sparen wird bei den Deutschen großgeschrieben. In den letzten fünf Jahren hat sich das Geldvermögen der privaten Haushalte denn auch fast verdoppelt.

Die Männer vom ,,Abspann“

Neben „Bavaria“ und „Studio Hamburg“ produzieren rund hundert private Unternehmen Spielfilme, Dokumentationen und Serien für die Fernsehanstalten, eine Zusammenarbeit, die beiden Seiten Vorteile – und Abhängigkeiten – bringt.

Edelstahl für Moskau

Zwei von drei Mark Umsatz kommen bei der Mannesmann AG aus dem Ausland – teils als Erlös aus Exportgeschäften, teils aus eigenen Umsätzen der Beteiligungsgesellschaften im Ausland.

Der Mann von Mannesmann

Die jährlichen Bilanzpressekonferenzen der Düsseldorfer Mannesmann AG sind kürzer als die aller vergleichbaren Unternehmen. Sie beginnen auf die Minute genau.

Nur gemeinsam wäre es zu schaffen

Der erste Schub kommt im nächsten Jahr; und dann geht es Schlag auf Schlag. 1977 verlassen 77 000 Schüler mehr als 1976 die Schulen; ein Jahr später sind es wiederum 78 000 mehr als 1977 – und so geht es weiter.

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