Drei Wissenschaftler des Computer-Herstellers IBM in Yorktown Heights (New York) haben ein neues Verfahren entdeckt, mit dem Bilder ähnlich wie auf einem Photo festgehalten werden können. Diese Methode aber ermöglicht im Gegensatz zur Photographie, daß die Bilder wieder gelöscht und neue auf den gleichen Film aufgenommen werden können. Das neue Verfahren beruht auf dem schon lange bekannten Phänomen des photoinduzierten Elektrochromismus, das bewirkt, daß sich bestimmte Materialien unter dem Einfluß eines elektrischen Feldes verfärben. Dieses Phänomen beobachteten die IBM-Forscher bei einem transparenten Flüssigkeitsfilm, der organische Moleküle enthielt, die zur Stoffgruppe der Pyrazoline gehören. Sie werden als Grundstoffe für Arzneimittel und Farben verwendet. Der Lichtstrahl eines Lasers ruft, wie die Wissenschaftler bemerkten, dort, wo er auf den Flüssigkeitsfilm trifft, eine schwach blaugrüne Färbung hervor, deren Farbintensität stark zunimmt, wenn der Film anschließend zur „Entwicklung“ in ein elektrisches Feld gebracht wird. Auch nachdem dieses Feld abgeschaltet worden ist, bleibt der Farbpunkt erhalten. Jedoch verschwindet er wieder, sobald ein Feld umgekehrter elektrischer Polarisierung angelegt wird. Mit einem modulierten Laserstrahl, der wie der Strahl einer Fernseh-Bildröhre über die Filmfläche wandert und dort Bildpunkte unterschiedlicher Helligkeiten setzt, können ganze Bilder gespeichert, im elektrischen Feld entwickelt und bei Bedarf wieder gelöscht werden.

*

Zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Tierrassen ist in Großbritannien eine Stiftung gegründet worden. Ein erster Erfolg ist der Schutz und die Weiterentwicklung einer seltenen Schafrasse. Auf den Orkney-Inseln fressen diese Tiere Seegras, sie können sich aber bei hoher Flut, wenn die normale Nahrungsquelle versiegt, auf andere Kräuter umstellen: Sie fressen dann Nesselgewächse. Wenn es gelänge, diese Schafrasse mit anderen Festlandrassen zu kreuzen, ließen sich vielleicht Tiere züchten, die auf Ödland mit viel Unkrautbewuchs gedeihen.

*

Der erste Film, der das Verhalten einzelner Atome zeigt, ist jetzt von zwei Wissenschaftlern der Universität von Chicago hergestellt worden. Albert Crewe, der 1970 als erster ein einzelnes Atom gesehen hatte, und sein Kollege Michael Isaacson beobachteten mit einem elektronischen Rastermikroskop zehnmillionenfach vergrößerte Uranatome, die sich auf einem 50 Angström (ein zweihunterttausendstel Millimeter) dicken Kohlerstoffmembran befanden. Die Wissenschaftler ervarteten, Atome in Ruhe zu sehen. Statt dessen salen sie, wie die Atome versuchten, mit dem Kohlenstoff und untereinander in Wechselwirkung zu treten. Diese Bilder, die die Bausteine alles Bestehenden in ihrem natürlichen Zustand der Bewegung zeigen, haben die Physikprofessorei Crewe und Isaacson gefilmt.

*

Unerwünschte Kinder haben es schwerer im Lesen als erwünschte. Darauf deutet eine Studie hin, die in amerikanisch-tschechoslowakischer Zusammenarbeit zustande kam. In der ČSSR ist Abtreibung erlaubt, jedoch darf, wenn medizinische Gründe dagegen sprechen oder die letzte Abtreibung vor weniger als 12 Monaten vorgenommen worden war, die Erlaubnis zum Schwangerschaftsabbruch nicht gegeben werden. Der amerikanische Psychologe Henry David und Mitglieder der Prager Gesundheitsbehörde untersuchten 223 tschechische Kinder, die geboren worden waren, weil ihrer Mutter die Erlaubnis zum Abbruch dieser Schwangerschaft zweimal versagt wurde. Die Studie begann, als diese nicht gewünschten Kinder neun Jahre alt waren, und erstreckte sich über einen Zeitraum von zwei Jahren. Das Resultat: Die Kinder, deren Geburt nicht verhindert werden durfte, waren im Vergleich mit einer Gruppe gleichaltriger und hinsichtlich ihrer Intelligenz und Herkunft paarweise gleicher, von Müttern gewünschter Kinder häufiger krank, sie hatten häufigere Krankenhausaufenthalte, erbrachten bei gleicher Intelligenz weniger gute Schulleistungen, fügten sich weniger gut in die Gesellschaft ein und wurden häufiger als ungezogen bezeichnet. Die Forscher ziehen daraus den Schluß: „Das Kind einer Mutter, der die Abtreibung verweigert worden ist, wird in eine potentiell ungünstige Situation hineingeboren.“