Aus Rudolf Walter Leonhardts Tagebuch:

Vom Yosemite Park über den Tioga-Paß ins Death Valley

El Portal, 23. April 1976

Wie schön Amerika außerhalb seiner Un-Städte ist, das muß man mit eigenen Augen gesehen haben. Dann kann man sich darauf verlassen. Und es ist nirgendwo schöner als im Yosemite National Park.

Auch die „Parks“ sind, wie das meiste, in Amerika zwei Nummern größer als in Europa. Wenn man sich beeilt, im Auto vom einen Ende zum anderen zu kommen, braucht man noch immer drei Stunden.

Niemand konnte mir den Weg nach und durch Yosemite in Los Angeles erklären und niemand in San Francisco. Zwar gibt es eine durchaus ansehnliche Minderheit von amerikanischen Naturliebhabern, die am Wochenende mit Zelt oder häufiger mit Campingwagen aufbrechen: Aber sie landen dann auf immer den gleichen Zeltplätzen in immer den gleichen Parks.

Ob und wann ich nach Las Vegas komme, wird abhängen von den Fortschritten meiner Fahrkünste. Da stand also heute früh pünktlich ein blauer Chevrolet der Firma Avis vorm Hotel in San Francisco, die Formalitäten waren erledigt, die Schlüssel steckten, ich konnte losfahren. Hätte losfahren können, wenn ich es gekonnt hätte. Ich habe ganz selten und immer nur kurz Wagen mit automatischem Getriebe und/oder Servolenkung und/oder hydraulischen Bremsen gefahren. Nun also alles auf einmal in einem amerikanischen Wagen, in dem alle Handgriffe wieder ein bißchen woanders sind, auch ein bißchen anders bedient werden als in einem europäischen.