„Die da drüben haben scheint’s gar nichts zu tun, immer wenn man zum Fenster ’rausschaut, schauen die auch raus!“

Karl Arnold (1883-1953) war einer der bedeutenden Zeichner der Zwanziger Jahre. Mit treffsicheren Strichen karikierte, verspottete und belächelte er den Alltag der Bürger in München und Berlin. Die Weimarer Republik, die sich im Versuch, das 19. Jahrhundert zu überwinden, mondän und altmodisch, aggressiv und reaktionär zugleich gebärdete, war die Szene, auf der Kleinbürger und Kapitalisten, Athleten und Radfahrer, Angestellte und Arbeiter, Künstler und Bettler, Reiche und Arme ihre Masken trugen, Tango tanzten, Parteien wählten, Streiks erlebten, Schlager sangen, untergingen oder überlebten. Es war die Welt, die Karl Arnold vor allem in der Münchner satirischen Zeitschrift „Simplicissimus“ in bissigen und liebenswürdigen Zeichnungen glossierte und kommentierte. Viele seiner Zeichnungen beschäftigten sich im weiteren Sinne mit dem Thema „Reisen“. Wir werden von heute an in loser Folge „Reiseskizzen“ von Karl Arnold veröffentlichen.