Mittelmäßig

„Auf der Fährte des Adlers“ von Douglas Hickox. In Griechenland entführt eine „Revolutionäre Armee der Welt-Aktivisten“, als deren Anführer unschwer der deutsche Schauspieler Werner Pochath auszumachen ist, Frau und Kinder eines amerikanischen Industriellen. Während die einheimische Polizei unter Führung des unvermutet schnurrbärtigen Charles Aznavour der Affäre mit martialischer Hilflosigkeit begegnet, heuert der lässige James Coburn kurzentschlossen eine Drachenflieger-Truppe an und stürmt in einem nächtlichen Kommandounternehmen das einsame Bergkloster, in dem-sich die Kidnapper verschanzt haben. Hickox, der sich zuletzt das langatmige John-Wayne-Vehikel „Brannigan“ zuschulden kommen ließ, erweist sich auch hier wieder als Regisseur ohne Gespür für Tempo und Rhythmus des Action-Kinos. Daß „Sky Riders“ (so der Originaltitel) dennoch über weite Strecken zumindest erträglich bleibt, liegt allein an den fabelhaften akrobatischen Kunststücken des Drachenfliegerensembles, dessen zirzensische Kühnheit freilich einen lohnenderen Anlaß verdient hätte.

„Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel“ von Pasquale Festa Campanile, dem wir so sinnenfrohe Werke wie „Als die Frauen noch Schwänze hatten“ und „Das nackte Cello“ verdanken. Immerhin operiert Festa Campanile bei dieser Ritterfilmparodie in der Tradition von Marie; Monicellis „Branca Leone“ mit einer inszenatorischen Umsicht, die die ärgsten Vulgaritäten des Drehbuchs zugunsten eines entwaffnend gutmütigen Kasperletheaters entschärft. Der populäre italienische Prügel-Barde Bud Spencer schart nach Art der „Glorreichen Sieben“ eine skurrile Schar verlotterter Landsleute um sich und nimmt den Kampf gegen die Blüte von Frankreichs Ritterschaft auf. Bisweilen besitzt der angenehm kalauerfrei synchronisierte Film den naiven Charme des neapolitanischen Straßentheaters, auch wenn Festa Campanile manche Längen nicht vermeiden kann.

Ärgerlich

„Quartett Bestial“ von Jacques Rouffio. In einer französischen Provinzstadt bekämpft ein heimtückischer Ärzte-Clan, dem neben dem greisen Charles Vanel aus Gründen des Produktionsproporzes auch Karl Schönböck und Georg Marischka angehören, die medizinische Konkurrenz mit den niederträchtigsten Mitteln. Erst treiben die verschlagenen Weißkittel den feschen Gérard Depardieu zum blutigen Amoklauf mit anschließendem Selbstmord, dann gerät ihnen der redliche Chirurg Michel Piccoli in die Quere. Der wiederum ist mit Marina Vlady verheiratet, deren schöne Schultern im schwarzen Negligé immer noch sehr vorteilhaft zur Geltung kommen. Doch die reifen Reize der Hauptdarstellerin von Jean-Luc Godards „Zwei oder drei Dinge, die ich von dir weiß“ vermögen keineswegs mit den Ärgernissen dieses schlampig inszenierten Kolportagestücks zu versöhnen, das den Betrachter zusätzlich mit einer wirren Rückblendenstruktur belästigt.

Empfehlenswerte Filme

„Nashville“ von Robert Altman. „Von Angesicht zu Angesicht“ von Ingmar Bergman. „Der starke Ferdinand“ von Alexander Kluge. „Ein Haar in der Suppe“ von Paul Mazursky. „Die Marquise von O.“ von Eric Rohmer. „Die Macht und ihr Preis“ von Francesco Rosi. Hans C. Blumenberg