Das Auto ist und bleibt das beliebteste Urlaubsverkehrsmittel

Von Ulrich Schmidt

Die Blechkarawanen stauten sich bis zu einhundert Kilometer Länge. Ohnmächtige wurden in Rettungshubschraubern davongeflogen. Militärfeldküchen versorgten Halbverhungerte, die schon länger als 24 Stunden keinen Bissen mehr zu sich genommen hatten. Der Urlaubsbeginn in Frankreich führte im letzten Jahr zum schlimmsten Verkehrschaos aller Zeiten.

Nicht viel anders geht es bei uns zu, wenn Millionen Urlauber in ihren fahrbaren Untersätzen in die Ferien aufbrechen. Eng und heiß wird es unter den Blechdächern, wenn die Grenzen zu unseren südlichen Nachbarn überschritten sind. Eine Nacht lang hat die Familie kaum geschlafen, und man will noch vor der Dunkelheit in Torremolinos sein. Die Kinder fangen zu weinen an, die Mutter schimpft auf den Vater, der Vater fährt rechts ran, steigt aus, greift zu dem bei Lyon gerissenen Keilriemen und legt seine lieben Kleinen übers Knie, eins nach dem andern. Ein unvergeßlicher Urlaub für die ganze Familie, noch ehe das Ziel erreicht ist.

Auch diese Szene stammt nicht aus einem Horror-Comic-Film, sondern aus der harten Wirklichkeit. Denn 20 Millionen Bundesdeutsche benutzen für ihren Urlaub das eigene Auto und machen dabei, da sind sich die Fachleute einig, „immer wieder dieselben alten Fehler“.

Um nur einige zu nennen:

  • Sie überarbeiten sich in den Wochen vor dem Urlaub und
  • versäumen darüber, sich und das Fahrzeug auf die Reise vorzubereiten;
  • sie sind zu sorglos oder zu ängstlich, sie vergessen einzupacken, was sie unterwegs brauchen, und packen ein, was sie nicht brauchen;
  • sie packen zuviel ein und überlasten sich und das Auto;
  • sie überfordern sich und die Mitreisenden und verbreiten schlechte Laune;
  • sie starten, wenn alle starten und die Straßen verstopft sind;
  • sie lassen sich vom Sog des Verkehrsstroms mitreißen, fahren rücksichtslos, zu schnell, zu große Strecken;
  • sie tanken und rasten an der Autobahn, wo man mit höheren Preisen und weniger Service, mit verqualmter Luft und verdreckten Klos rechnen muß;
  • sie kehren zu spät heim und gehen rückfahrtgestreßt in den Alltag.