DIE ZEIT

Pariser Revision

Seit Charles de Gaulle Frankreich eine Kernwaffenrüstung gab und das Land aus dem Militärverband der Nato zurückzog, hat die französische Armee nach einer rationalen Strategie gesucht.

Neue Hierarchie

Wenn ein Staatsmann, wie in diesem Falle der amerikanische Präsident, eine große Konferenz einberuft, so hat er hierfür, nach einem alten Bonmot, einen guten Grund und einen wirklichen Grund.

Rendezvous mit der Geschichte

Die Geschichte holte ihn ein. Am Ehrenmal des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme, als Edward Gierek einen Kranz in den polnischen Nationalfarben – weiße Nelken, rote Rosen – niederlegte, muß ihn der Gedanke durchfahren haben, daß jede polnische Familie im Zweiten Weltkrieg einen Angehörigen verloren hat.

Love Story

Die Washingtoner Enthüllungs-Storys fügen sich mehr und mehr zu einem gigantischen Sammelband über menschliche Unzulänglichkeiten.

Zeitspiegel

Für den Bombenanschlag auf einen Hamburger Richter hat ein „Kommando Heinz Neumann“ die Verantwortung übernommen. Ein Terrorist dieses Namens sei bisher nicht bekannt geworden, meldeten die Agenturen.

Giereks großer Sprung nach vorn

Mit einer der königlichen Gestalten verglichen zu werden schmeichelt polnischen Kommunisten. Bemüht, eine Parallele für Edward Gierek zu finden, hat ein polnischer Publizist auf Kazimier den Großen zurückgegriffen, der, als er im 14.

Die Furcht vor Anschlägen wird zum Bumerang

Die Gesetze, die in der Bundesrepublik wider den Terrorismus beschlossen wurden, standen von Anbeginn im Geruch, Sondergesetze zu sein – und ein wenig waren sie es auch.

Inferno im Libanon

Zusammen mit den syrischen Invasionstruppen sind auch die beiden Großmächte nach langem Zaudern und Zagen auf der von libanesischen Scheinwerfern grell angeleuchteten Nahost-Bühne wieder in Erscheinung getreten.

Callaghan in Nöten

Über Pfingsten war Großbritannien nicht wiederzuerkennen gewesen. Das Unbehagen über die inneren Zustände des Landes hinderte kontinentale Urlauber nicht daran, dort fröhlich ihren Urlaub zu verbringen.

Sechzehn auf einen Streich

Unsere Spionageabwehrdienste sind schlagkräftiger geworden / Von Carl-Christian Kaiser

Notwehr auf dem Todesstreifen

Will die DDR den „Fall Weinhold“ zum Anlaß nehmen, um die Rechtshilfeverhandlungen mit der Bundesregierung zu torpedieren? Weil der Flüchtling Werner Weinhold, von der DDR-Presse in Vorwegnahme eines rechtskräftigen Urteils als „Doppelmörder“ bezeichnet, von der Bundesrepublik nicht an die DDR ausgeliefert und mittlerweile sogar vom Landgericht Essen auf freien Fuß gesetzt wurde, haben „zuständige Kreise“ in der DDR erklärt, dieses Verhalten könne nicht ohne Folgen bleiben.

Wolf gang Ebert: Die Chef-Spionin

Die Pariser Zeitung L’Aurore weiß, wie der Osten in Bonn an militärische Geheimnisse kommt: Es ist „die Verwundbarkeit der Sekretärinnen, die für die Geheimdienste des Ostens eine phantastische Beute sind.

Weichenstellung in Kalifornien

Mit schwerem Geschütz und ausdrücklicher Billigung des Präsidenten hatten sich Gerald Fords Wahlhelfer auf den Ex-Gouverneur von Kalifornien, Ronald Reagan, eingeschossen.

Nachhilfestunde für Marchais

Eigentlich sollte die Kundgebung der französischen Kommunisten mit Italiens KP-Chef Enrico Berlinguer zu einer großen Demonstration der Gemeinsamkeit werden.

Juan Carlos legt sich auf Reformen fest

Der spanische König Juan Carlos hat seine erste Auslandsreise dazu benutzt, das schleppende Tempo der innenpolitischen Reformen zu beschleunigen: In Washington versprach der Monarch eine "fortschrittlichere Zukunft unter strikter Einhaltung der demokratischen Prinzipien".

Wachsame Parteifreunde

Angesichts der Flaute in den innerdeutschen Beziehungen kam um so mehr Wind auf, als das Ostberliner Treffen zwischen dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Mischnick und Hermann Axen vom SED-Politbüro in der letzten Woche bekannt wurde.

Erfolge der Abwehr

Bundesinnenminister Maihofer und die Staatsschutzbehörden haben einmal mehr mit Fakten und Zahlen belegt, daß die politische Lage in der Bundesrepublik anders ist, als sie von draußen gern gesehen wird.

Schleswig-Holstein: Kaum noch Lust?

Kiel oder Bonn – für Gerhard Stoltenberg geht es am 3. Oktober, dem Tag der Wahlen für den Bundestag, um eine echte Alternative.

Alarm zu Pfingsten

Hamburger Ruderer gerieten vor DDR-Gewehre – Nervöse Militärs und freundliche Zivilisten

Das letzte Wort

Im engsten Familienkreise wollte er seine Beerdigung. Als sie vorüber war, kam er überraschenderweise selber noch einmal zu Wort: Weitesten Kreisen teilte letzte Woche ein Fabrikant seinen Tod mit – in halbseitigen Zeitungsannoncen.

Pokern um Posten

Seit dem 3. Januar pokern die Parteien in Mainz um einen Posten, der erst im Mai nächsten Jahres frei wird. Dann läuft die Amtszeit des heute 56jährigen Mainzer Oberbürgermeisters Jockel Fuchs aus.

Listig wie ein Lapplandfuchs

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sprach ein Abgeordneter im finnischen Reichstag von der Selbstverständlichkeit, daß Finnland seine Eigenständigkeit als sowjetischer Anrainer bewahren konnte.

Die unglücklichen Deutschen

Unter französischen Journalisten gehört es gegenwärtig zum guten Ton, die Bundesrepublik in finsteren Farben zu schildern. Da wird mit verstaubten Klischees gearbeitet, Gefahren werden an die Wand gemalt, unreflektierte Bewunderung schlägt um in grobe Kritik.

Churchills Superwaffe

Sieben Wochen später – Stalins Mann in Tokio, Richard Sorge, von dem dieser Funkspruch stammt, war schon in Haft – griffen sibirische Elitedivisionen, gut ausgerüstet und kältegewohnt, im Raum Moskau die vom Winter überraschten deutschen Truppen an und zwangen sie in die Defensive.

Schwimm-Qualifikation in München und Ost-Berlin: Immer bereit sein

Der aus der DDR stammende Mediziner Dr. Mader nannte dem Reporter Harry Valerien zwei Gründe für die Rekordflut bei den Schwimmerinnen der DDR: Eine gezielte und systematische jahrelange Talentauswahl aus Tausenden von Begabungen und ein Training, das exakt ausgearbeitete Tests über Ausdauer, Technik und spezifisches Gewicht der Kandidaten einbezieht.

„Mir macht Laufen einfach Spaß“

Bevor ich Rita Wilden besuchte, fragte ich Freunde, was ihnen zu Rita Wilden einfalle, und woran sie dächten, wenn sie ihren Namen hörten.

V. Folge: Mit dem Degen geiern

Der langaufgeschossene Alexander Pusch legt seine Stirn ein wenig in Falten: „Eigentlich war ich enttäuscht. Während andere Indianer spielten, war es mein Kindheitstraum, in einer richtigen Ritterrüstung mit dem Schwert zukämpfen.

Noch kein Grund zur Euphorie

Zum erstenmal seit anderthalb Jahren gibt es in der Bundesrepublik wieder weniger als eine Million Arbeitslose. Das klingt gut, doch zum Jubeln besteht kein Anlaß – selbst die These des SPD-Sprechers, die Entwicklung am Arbeitsmarkt signalisiere eine „positive Konjunkturentwicklung“, ist schon reichlich vorlaut.

Ein Hanseat macht Kasse

Auch im Verzicht handelte Werner Blohm als Hanseat: Als Beauftragter der Schiff- und Flugzeugbauer-Familie schloß er mit dem Hamburger Senat einen Vertrag, der der Hansestadt eine Sperrminorität und damit maßgebenden Einfluß an Deutschlands größtem Luft- und Raumfahrtunternehmen Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH (MBB) sichern soll.

Messerschmitt-Bölkow-Blohm

Mit rund 20 000 Beschäftigten – davon 5500 in Hamburg – und einem Jahresumsatz von 1,5 Milliarden Mark ist MBB das größte deutsche Unternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie.

Die Mitsprache erstreiken – notfalls

Als „wichtigsten Beschluß dieses Jahrzehnts“ bezeichnete Schwedens Ministerpräsident Olof Palme das neue Arbeits- und Mitbestimmungsgesetz, das der Reichstag in Stockholm in der vergangenen Woche verabschiedet hat.

Ein Gegenbeispiel

Beobachtet in Hamburg: Eine Arbeitskolonne der Bundesbahn ist damit beschäftigt, Schottersteine unter Eisenbahnschwellen zu pressen.

Nie mehr ein Vorhof zur Hölle

„Haben Sie jemals darüber nachgedacht, warum Fabriken nicht aussehen wie andere Gebäude – wie Schulen, Kirchen oder Läden?“ Rolf Lindholm von der technischen Abteilung des schwedischen Arbeitgeberverbandes in Stockholm beantwortet die Frage selbst: „Weil die Allgemeinheit glaubt, dies müsse so sein.

Die alte Leier?

Im November 1964 vereinbarten elf Zentralbanken in aller Stille, der Bank von England Kredite bis zu drei Milliarden Dollar zur Verfügung zu stellen, um das Pfund zu retten.

Rechnen: eins - Philosophie: fünf

Er hat sich während der vergangenen Wochen manchen Vorwurf gefallen lassen müssen, über den sich immerhin diskutieren läßt: Seine Finanzplanung sei „unsolide“, seine Verschuldungspolitik „dilettantisch“, und manche seiner öffentlichen Erklärungen seien „widersprüchlich“.

BONNER KULISSE

Noch wird das Thema von allen Beteiligten höchst vertraulich behandelt, aber geheim konnte es in der geschwätzigen Bundeshauptstadt nicht lange bleiben: Karl Schiller, Ex-Superstar der Bonner Politik, nähert sich wieder sachte den Sozialdemokraten, denen er 26 Jahre lang angehört hat, ehe er ihnen 1972 sein Parteibuch zurückschickte.

Im Zentrum der Macht

Einer Versammlung von Unternehmern und Managern macht James Callaghan klar, daß eine Rückkehr zur freien Preisgestaltung nicht in Frage kommen könne, denn: „In den Augen der einfachen Bürger dieses Landes gehören Lohnbeschränkungen und Preiskontrollen zusammen.

Viel Lärm um nichts

Premierminister Jacques Chirac, sonst nicht gerade einer der progressivsten, nannte das Kind beim Namen: "Manche Leute leben von ihrer Arbeit und müssen Steuern zahlen.

Warten auf die Wende

Börsianer atmen wieder auf. Endlich bekam der Aktienmarkt wieder Farbe. Bereits am Donnerstag vergangener Woche machte sich die Wende bemerkbar: Das Bayer-Bezugsrecht wurde noch vor amtlicher Notiz zu 2,90 Mark gehandelt.

Die falschen Propheten

Nach ihren jüngsten Fehlprognosen wittern Informationsdienste einen neuen Boom

Gold-Gewinn

Die erste Goldauktion des Internationalen Währungsfonds (IWF) war ein Erfolg: Der befürchtete Preisrutsch ist ausgeblieben. Der Marktpreis hielt sich nach der Auktion in Washington bei 127 Dollar je Unze, der Auktionspreis war 126 Dollar.

,,Ich bin ein schlechter Boß“

Bis 1953 war er ein Millionär wie viele andere auch, vier Jahre später sah das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Fortune“ in ihm den vermutlich reichsten Mann der Welt, am vergangenen Sonntag starb Jean Paul Getty auf seinem Landschloß bei London.

Schelte vom falschen Mann

Gäb: Der Vorwurf von Herrn Zahn verwundert uns ganz ungemein. Denn ausgerechnet Daimler-Benz hat – sicherlich aus den gleichen zwingenden wirtschaftlichen Gründen wie wir in diesem Jahr – im letzten Jahr exakt während der Tarifrunde seine Preise um 5,8 Prozent erhöht.

Manager und Märkte

Die Schweden-Hochzeit in der nächsten Woche wird „sauber“ bleiben – jedenfalls sauber von Werbung deutscher Markenartikelfirmen.

Inflation macht schwach

Die freien Wechselkurse, zu denen sich alle großen Währungen der westlichen Welt seit dem 19. März 1973 bekennen, sind für die Regierungen das „Spieglein an der Wand“, Erbarmungslos zeigt es jede Verschlechterung der wirtschaftlichen Leistung.

Eine Atempause für das Pfund

Wieder einmal mußte Großbritannien die Hilfe befreundeter Länder in Anspruch nehmen, um den Sturzflug des Pfundes abzufangen.

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